Sport nach Brustkrebs kein Selbstläufer

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Auch wenn körperliche Bewegung während und nach einer Brustkrebserkrankung guttut – es kostet die Patientinnen offenbar Überwindung, regelmäßig Sport zu treiben. 

Sportliche Betätigung während und nach einer Brustkrebserkrankung kann den betroffenen Frauen helfen, ihr körperliches und seelisches Befinden zu verbessern und sich fit zu halten. Doch ist es wichtig, „dran“ zu bleiben, was im normalen Berufsalltag oft gar nicht so einfach gelingt. Davon zeugt eine Studie in der Fachzeitschrift Acta Oncologica.

In dieser Studie wurden die körperlichen Aktivitäten von Brustkrebspatientinnen erfasst. Ein Teil der Frauen hatte sich während der adjuvanten Chemo- oder Strahlentherapie nach der Operation einem angeleiteten Trainingsprogramm unterzogen. Erfasst wurde, ob sich dieses Trainingsprogramm auf das Bewegungsverhalten der Patientinnen auswirkte, weshalb die Teilnehmerinnen vor, während sowie drei, sechs und zwölf Monate nach Beendigung des Programms zu ihren körperlichen Aktivitäten befragt wurden. Die Daten wurden mit denen von Brustkrebspatientinnen verglichen, die nicht an einem solchen Trainingsprogramm teilgenommen hatten.

Während der adjuvanten Brustkrebstherapie trainierten die Frauen, die am Sportprogramm teilnahmen, jede Woche etwa 1,5 bis zwei Stunden. Hingegen trieben mehr als zwei Drittel der Kontrollpersonen (68 Prozent) überhaupt keinen Sport. Nach zwölf Monaten betätigte sich etwa ein Drittel aller befragten Brustkrebspatientinnen sportlich. Von den Patientinnen, die vor der Brustkrebsdiagnose noch regelmäßig Fahrrad gefahren waren, etwa um ihren Arbeitsplatz zu erreichen, hörte in beiden Gruppen jeweils etwa die Hälfte damit auf. Regelmäßiges Laufen (Walking) hingegen gaben nur wenige auf. 

Vor allem diejenigen Frauen, die schon vor der Brustkrebsdiagnose wenig oder gar keinen Sport getrieben hatten, sowie Frauen nach der Menopause, Frauen mit Brustproblemen und Frauen mit depressiven Symptomen bewegten sich auch ein Jahr nach der Krebsdiagnose eher wenig.

Motivation muss regelmäßig erweckt werden

Das angeleitete Sportprogramm sorgte offenbar dafür, dass die Bereitschaft zur körperlichen Bewegung bei den Brustkrebspatientinnen während der adjuvanten Chemo- oder Strahlentherapie nicht nennenswert abnahm. Langfristig jedoch konnte es nicht verhindern, dass sich die Betroffenen seltener sportlich betätigten. Dies, so die Studienautoren, deute darauf hin, dass Brustkrebspatientinnen langfristig und wiederholt zu sportlichem Training motiviert werden müssten. Nur so könne es ihnen gelingen, Sport in ihr tägliches Routineprogramm zu integrieren.

 

Quelle:

Schmidt, M. E. et al.: Self-reported physical activity behavior of breast cancer survivors during and after adjuvant therapy: 12 months follow-up of two randomized exercise intervention trials. Acta Oncologica, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Januar 2017; doi10.1080/0284186X.2016.1275776

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.07.2017 16:54