Sport bei Krebs empfohlen

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Regelmäßige körperliche Aktivität verbessert nicht nur das Befinden von Krebspatienten, sondern auch die Prognose

Galt früher während und nach der ersten akuten Therapiephase bei Krebserkrankungen die Devise „Schonung und Erholung“, lauten die Empfehlungen heute ganz anders: Zahlreiche Studien konnten in der jüngsten Vergangenheit positive Effekte moderater körperlicher Aktivität bei Krebspatienten nachweisen. Nicht nur, dass sich viele Betroffene besser fühlen, wenn sie regelmäßig Sport treiben, auch ihr Risiko, an der Tumorerkrankung zu versterben, geht zurück. Darauf verweist ein Überblicksartikel in der Fachzeitschrift GMS Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin.

Demnach verbessern sich durch regelmäßige körperliche Aktivität die Herzkreislauffitness und Ausdauer, die Muskelkraft und Muskelmasse nehmen zu, die Schlafqualität steigt. Auch Folgen der Krebserkrankung und ihrer Therapien wie anhaltende Erschöpfung (Fatigue) bessern sich. Die geistige Leistungsfähigkeit nimmt zu, Angst und Depression gehen zurück. Die Patienten fühlen sich als Mitglied von Sportgruppen weniger isoliert, sie profitieren von den sozialen Kontakten, ihre gesundheitsbezogene Lebensqualität steigt. Dies alles kann ihnen im Umgang mit der schweren Krankheit helfen.

Doch nicht nur das: Regelmäßige sportliche Aktivitäten verbessern offenbar auch die Prognose von Krebserkrankungen. Nachgewiesen wurde dies bereits für Brustkrebs nach den Wechseljahren, Darmkrebs und Prostatakrebs. So zeigte sich in einer Studie, dass bei sportlich aktiven Brustkrebspatientinnen, die pro Woche 9 bis 14 MET-h verbrauchten, die Gesamtsterblichkeit gegenüber inaktiven Patientinnen (< 3 MET-h pro Woche) um die Hälfte sank. MET steht für metabolisches Äquivalent und ist ein Maß für den Energieumsatz von 1 kcal (4,2 kJ) pro kg Körpergewicht pro Stunde. Der Verbrauch von MET-h bezeichnet den Energieverbrauch pro Stunde während körperlicher Aktivitäten als Vielfaches des Ruheenergieumsatzes: z.B. Gehen mit einer Geschwindigkeit von 3 km/h entspricht 2 MET-h, Walken mit 6 km/h entspricht 5 MET-h, Joggen entspricht 8 MET-h. Schon drei bis fünf Stunden pro Woche zügiges Gehen (Walken) reicht somit aus, um das Brustkrebssterberisiko zu senken.

Die genauen Gründe für die beobachteten positiven Effekte von Sport auf die Prognose bei Krebserkrankungen müssen noch erforscht werden. Doch jetzt schon gilt: Schonend bewegen macht Spaß und hilft.

 

Quelle:

Reuss-Borst, M. A.: Sport bei Krebs: Rezidivprophylaxe durch körperliche Aktivität. GMS Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin 2014, 3, ISSN 2194-2919

(kvk)

 

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Aktualisiert am: 04.12.2016 23:29