Sport als Teil der Krebstherapie

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Körperliches Training wird inzwischen allen Krebspatienten empfohlen – so intensiv und häufig, wie es ihr Zustand zulässt. Sie können wesentlich davon profitieren.

Eine Krebserkrankung schwächt die Betroffenen oft sehr, auch die Nebenwirkungen der Therapie fordern ihren Tribut. Früher wurde Krebspatienten körperliche Schonung empfohlen. Inzwischen jedoch haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt, dass sich körperliche Trainingsprogramme während der Therapien und in der Nachsorge danach auf vielen Ebenen positiv auswirken können. Ein Artikel in der Fachzeitschrift Der Onkologe fasst dies zusammen.

Die meisten Untersuchungen liegen demnach zum Thema Ausdauertraining vor. Dazu zählen zum Beispiel Joggen, Fahrradfahren und Walking. Ausdauertraining kann nachweislich Fatigue-Beschwerden, also chronische Erschöpfung, lindern, die Fitness mit Herz- und Lungenfunktion verbessern, die Knochen- und Knorpelsubstanz stärken, das seelische Wohlbefinden steigern und die Lebensqualität verbessern. Die Art und Intensität des Trainings sollte auf die jeweiligen Bedürfnisse und Möglichkeiten des Patienten angepasst sein.

Empfohlen wird Ausdauertraining in allen Therapiephasen, also auch schon während eines stationären Aufenthalts. Hier ist ein tägliches Training von 15 bis 30 min Länge bei 50 bis 75% der maximalen Herzfrequenz empfohlen. Während der ambulanten Therapie sollte das Training mindestens zwei- bis dreimal pro Woche jeweils 15 bis 45 min lang durchgeführt werden, wobei auch hier eine maximale Herzfrequenz von 50 bis 75% erreicht werden sollte. Geschwächte Patienten können kürzer und mit geringerer Intensität trainieren, die Stärke kann oft kontinuierlich gesteigert werden. Empfohlen ist es, das Training anfangs unter Fachanleitung durchzuführen.

Auch Krafttraining kann während der Krebstherapie positive Effekte erzielen, etwa Knochensubstanzverlust aufhalten, Fatigue-Symptome lindern und Tumorkachexie, also den ungewollten Verlust von Körpergewicht, günstig beeinflussen. Bei Brustkrebspatientinnen nach der Operation aktiviert Krafttraining die Muskel-Venen-Pumpe und vermindert in Kombination mit Kompressionsstrümpfen die Bildung von Lymphödemen. 

Nicht zuletzt wird Koordinationstraining für Krebspatienten empfohlen. Durch Chemotherapien können Nerven geschädigt werden, die Patienten erleben Taubheitsgefühl, Kribbeln und geschwächte Muskelreflexe. Gestörtes Vibrationsempfinden, Gangunsicherheiten und verminderte Stabilität sind – auch gefördert durch Muskelabbau – die Folge. Ein Sensomotoriktraining kann die Gleichgewichtskontrolle, Koordinationsfähigkeit und Körperwahrnehmung verbessern und Verletzungen vorbeugen. Empfohlen wird ein Training mit drei bis fünf sensomotorischen Übungen pro Einheit, zwei bis vier Trainingseinheiten pro Woche sollten es sein. 

 

Quelle:

Schmidt T et al. Körperliche Aktivität in der Onkologie – so wichtig wie ein Medikament? Onkologe 2021, 27:790-4

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.10.2021 15:59