Speiseröhrenkrebs: Welche Therapie vor der Operation?

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Mit einer neoadjuvanten kombinierten Chemo-Strahlentherapie lässt sich die Krankheit lokal besser kontrollieren als mit einer alleinigen neoadjuvanten Chemotherapie. Doch auf das Gesamtüberleben hat dies offenbar keinen Einfluss.

Wird bei Speiseröhrenkrebs vor der Operation noch eine unterstützende (neoadjuvante) Therapie durchgeführt, verbessern sich die Überlebensaussichten langfristig. Unklar war bislang allerdings, mit welcher Therapie die besseren Effekte erzielt werden können: mit der Chemotherapie oder mit der Chemo-Strahlentherapie. Wissenschaftler berichteten nun in der Fachzeitschrift Annals of Oncology über die Ergebnisse einer Studie, in der dieser Frage nachgegangen wurde.

An der Studie in Schweden und Norwegen nahmen 181 Patienten teil, die an Speiseröhrenkrebs oder Krebs am Übergang zwischen der Speiseröhre und dem Magen erkrankt waren. Alle wurden operiert – mit der Absicht, sie von der Krankheit zu heilen. Sie erhielten zuvor entweder eine Chemotherapie oder eine Chemo-Strahlentherapie.

Lokal bessere Krankheitskontrolle

Die kombinierte Chemo-Strahlentherapie führte zu einer besseren lokalen Kontrolle der Krankheit: Bei 28 Prozent der Patienten, also mehr als jedem vierten wurde ein komplettes histologisches Ansprechen erreicht. Dies gelang in der Gruppe der allein mit Chemotherapie Behandelten nur bei neun Prozent. Auch traten nach der Chemo-Strahlentherapie weniger Lymphknotenmetastasen auf und bei der Operation wurde häufiger eine Tumorfreiheit erreicht. All dies wirkte sich allerdings nicht auf das Gesamtüberleben aus – hier gab es zwischen den beiden Behandlungsgruppen keine statistisch signifikanten Unterschiede.

Keine Auswirkungen auf das Gesamtüberleben

Die neoadjuvante kombinierte Chemo-Strahlentherapie erlaube offenbar eine bessere lokale Kontrolle bei Speiseröhrenkrebs, ohne die langfristigen Überlebensaussichten zu beeinflussen, so lautete das Fazit der Studienautoren.

 

Quelle:

Klevebro, F. et al.: A Randomised Clinical Trial of Neoadjuvant Chemotherapy vs. Neoadjuvant Chemoradiotherapy for Cancer of the Oesophagus or Gastro-Oesophageal Junction. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 17. Januar 2016, doi: 10.1093/annonc/mdw010

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.07.2017 15:28