Speiseröhrenkrebs durch Barrett-Ösophagus: Wer ist gefährdet?

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In einem Review identifizieren Wissenschaftler Faktoren, die das Risiko für Speiseröhrenkrebs bei Barrett-Ösophagus erhöhen. Einer davon kann auch tatsächlich direkt beeinflusst werden.

Ein sogenannter Barrett-Ösophagus ist eine anhaltende Entzündung und geschwürige Veränderung der Speiseröhrenschleimhaut und gilt als ein Risikofaktor für Speiseröhrenkrebs. In einer Überblicksstudie untersuchten Wissenschaftler, welche Faktoren dazu beitragen, dass sich tatsächlich Krebs bildet. Sie berichteten über ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Clinical Gastroenterology and Hepatology.

Ausgelöst wird ein Barrett-Ösophagus durch die sogenannte Refluxkrankheit, bei der es regelmäßig zu schwerem Sodbrennen kommt. Infolge der dadurch bestehenden ständigen Entzündungen bildet sich die Schleimhaut in der Speiseröhre nach und nach um, bis sie entartet. In der aktuellen Analyse wurden die Daten aus 20 publizierten Studien mit fast 75.000 Patienten zusammenfassend ausgewertet. Die Forscher machten mehrere Faktoren aus, die die Wahrscheinlichkeit für ein Voranschreiten eines Barrett-Ösophagus erhöhten: Höheres Lebensalter, männliches Geschlecht, aktives Rauchen und ein längerer von den Barrett-Veränderungen betroffener Abschnitt in der Speiseröhre. Auch wenn bereits leichte Veränderungen der Schleimhautzellen, sogenannte Dysplasien, vorlagen, erhöhte sich das Risiko für Krebs. Dagegen hatten regelmäßiger Alkoholkonsum und Übergewicht, anders als erwartet, keinen Einfluss darauf, ob ein Barrett-Ösophagus voranschritt oder nicht.

Von den genannten Risikofaktoren könne, so die Studienautoren, nur ein einziger von den Patienten selbst beeinflusst werden: das Rauchen. Darauf zu verzichten, bedeute vermutlich eine Senkung des Risikos dafür, dass sich aus einem Barrett-Ösophagus Speiseröhrenkrebs entwickelt. Grundsätzlich sei Personen, die an einem Barrett-Ösophagus erkrankt sind und mehrere Risikofaktoren aufweisen, eine regelmäßige Kontrolle der Speiseröhrenschleimhaut zu empfehlen, um einen sich entwickelnden bösartigen Tumor rechtzeitig zu bemerken und zu behandeln. 

 

Quelle:

Krishnamoorthi R et al. Factors Associated With Progression of Barrett’s Esophagus: A Systematic Review and Meta-analysis. Clinical Gastroenterology and Hepatology 2018, 16(7):1046-55.e8

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 09.12.2018 17:33