Speiseröhrenkrebs: Bei Schluckbeschwerden bestrahlen

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Eine kurze Strahlentherapie kann starke Schluckbeschwerden bei fortgeschrittenem Speiseröhrenkrebs effizient und gut verträglich lindern.

Wenn Speiseröhrenkrebs voranschreitet, entwickeln die Betroffenen oftmals Schluckstörungen, die sie daran hindern, Nahrung zu sich zu nehmen. In solchen Fällen kann eine kurze Strahlentherapie Linderung verschaffen. Die Bestrahlung mit einer Chemotherapie zu kombinieren verschafft den Patienten offenbar keine nennenswerten Vorteile, wie aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Lancet Gastroenterology & Hepatology hervorgeht.

An der internationalen Studie nahmen Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Speiseröhrenkrebs teil, die unter Schluckbeschwerden litten. 111 von ihnen wurden mit einer Chemostrahlentherapie behandelt, die übrigen 109 erhielten lediglich eine Bestrahlung. Die Strahlentherapie bestand aus 15 Strahlungssitzungen über drei Wochen mit einer Dosis von 35 Gy (in Australien und Neuseeland) bzw. zehn Strahlungssitzungen über zwei Wochen mit einer Dosis von 30 Gy (in Kanada und Großbritannien). Die Chemotherapie wurde mit einem Zyklus Cisplatin und Fluorouracil in der ersten Woche der Strahlentherapie durchgeführt.

Bei 35 Prozent der mit Strahlentherapie behandelten Patienten und 45 Prozent der mit Chemostrahlentherapie behandelten Patienten besserten sich die Schluckbeschwerden. Der Unterschied zwischen den beiden Behandlungsgruppen war nicht signifikant. Bei der Hälfte der Patienten in der Chemostrahlentherapie verschlechterten sich die Schluckbeschwerden vier Monate lang nicht, bei der Hälfte der Patienten in der Strahlentherapiegruppe gelang dies knapp dreieinhalb Monate lang. Auch im Gesamtüberleben gab es zwischen den Therapiegruppen keinen signifikanten Unterschied.

Hingegen erlebten die Patienten der Chemostrahlentherapiegruppe signifikant häufiger Nebenwirkungen Grad 3 und 4. Häufiger und schwerwiegender waren vor allem Blutarmut, ein Mangel an weißen Blutkörperchen und Blutplättchen, Entzündung der Speiseröhre, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen und Schleimhautentzündungen.

Angesichts der höheren Rate an Nebenwirkungen und der nur geringfügigen (nicht signifikanten) Verbesserung von Schluckbeschwerden könne nach Ansicht der Studienautoren eine Chemostrahlentherapie anstelle einer einfachen Strahlentherapie bei Speiseröhrenkrebs-bedingten Schluckstörungen nicht empfohlen werden. Eine kurze Strahlentherapie sei effizient und gut verträglich.

 

Quelle:

Penniment M G et al. Palliative chemoradiotherapy versus radiotherapy alone for dysphagia in advanced oesophageal cancer: a multicentre randomised controlled trial (TROG 03.01). Lancet Gastroenterology & Hepatology, Onlinevorabveröffentlichung am 13. Dezember 2017, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S2468-1253(17)30363-1

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 16.12.2018 19:40