Speichelproben zur Früherkennung von Speiseröhrenkrebs?

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Offenbar ist die Anwesenheit bestimmter Bakterien im Speichel oder Zahnbelag mit einem häufigeren Vorkommen von Speiseröhrenkrebs verbunden.

Im Tumorgewebe bei Patienten mit Speiseröhrenkrebs wurden in der Vergangenheit erhöhte Mengen bestimmter Bakterien wie zum Beispiel Streptococcus anginosus gefunden. Nun untersuchten Wissenschaftler, ob sich der Nachweis solcher Bakterien im Speichel womöglich zur Früherkennung der Erkrankung eignen könnte. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer.

Dafür bezogen sie in ihre Untersuchung 61 Patienten mit Speiseröhrenkrebs und 62 vom Alter und anderen Faktoren vergleichbare Personen ohne Krebserkrankung ein. Sie entnahmen Speichelproben und Proben von Zahnbelag und Zahnfleisch und untersuchten diese auf die Anwesenheit bestimmter Bakterien. 

Tatsächlich stellten sie in den Proben der Patienten mit Speiseröhrenkrebs im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöhte Bakterienkonzentrationen fest. Demnach war das Vorkommen von Tannerella forsythia und Streptococcus anginosus im Zahnbelag sowie Aggregatibacter actinomycetemcomitans im Speichel ebenso mit einem erhöhten Risiko für Speiseröhrenkrebs verbunden wie regelmäßiger Alkoholkonsum.

Der Nachweis dieser Bakterien in Zahnbelag oder Speichel könnte sich, in Kombination mit der Gewichtung anderer Risikofaktoren, womöglich zur Früherkennung von Speiseröhrenkrebs eignen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Kawasaki M et al. Oral infectious bacteria in dental plaque and saliva as risk factors in patients with esophageal cancer. Cancer 2021, 127(4):512-9

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 19.09.2021 18:11