Speichelproben in der Nachsorge bei Mundrachenkrebs?

Nachricht vom 01.01.2024

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Wenn HPV im Speichel nachgewiesen wird, zeigt dies offenbar ein erhöhtes Rückfallrisiko an.

Infektionen mit krebserregenden humanen Papillomviren (HPV) gelten als ein Risikofaktor für Krebserkrankungen im Kopf-Halsbereich. Der Nachweis von Viren-DNA im Speichel zeigt offenbar auch an, dass ein Rückfall nach zunächst erfolgreicher Behandlung wahrscheinlicher ist. Das ergab eine Studie, die in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde.

Für die Studie wurden die Daten von Patienten ausgewertet, die an Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinom) erkrankt waren und eine Therapie mit einem Antikörper oder Chemotherapie erhielten. Bei allen war HPV im Tumor nachgewiesen worden, was auf eine Infektion als Krebsursache hinweist. Die Tumoren waren meist von den Rachenmandeln oder dem Zungengrund ausgegangen und befanden sich in einem fortgeschrittenen Stadium mit Metastasen in den Lymphknoten und/oder anderen Organen.

Etwa zwölf von 100 Patienten erlitten während der Beobachtungszeit einen Rückfall. Die Forscher stellten in der statistischen Analyse einen Zusammenhang zwischen einem positiven HPV-Befund im Speichel und Blut und einem Rückfall her: Patienten, bei denen HPV-DNA im Speichel und Blut nachgewiesen wurde, erlitten in der Folge mit höherer Wahrscheinlichkeit einen Tumorrückfall. 

Womöglich könne die Untersuchung von Speichel und Blut auf HPV-DNA als Biomarker für das Rückfallrisiko bei Mundrachenkrebs dienen, um etwaige Rückfälle frühzeitig erkennen und behandeln zu können, so die Schlussfolgerung der Studienautoren.

 

Quelle:

Califano J et al. Lead Time to Recurrence After Posttreatment Plasma and Saliva HPV DNA Testing in Patients With Low-Risk HPV Oropharynx Cancer. New England Journal of Medicine 2023;389:589-01

 

(KvK)

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