Spätfolgen der Therapie

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Auch wenn die Heilungsaussichten bei Hodenkrebs exzellent sind – langfristig haben die Patienten offensichtlich doch eine geringere Lebenserwartung als nicht daran Erkrankte.

Die meisten Patienten mit einem Keimzelltumor der Hoden können geheilt werden – die Überlebensaussichten gelten als exzellent. Anders allerdings sieht die Sache aus, wenn das langfristige Überleben betrachtet wird: Hier wird das relative Überleben, das sich am Überleben der Normalbevölkerung misst, bei Hodenkrebspatienten kontinuierlich schlechter. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention. 

Die Forscher werteten die Daten des norwegischen Krebsregisters aus den Jahren 1953-2012 aus. Sie schlossen mehr als 8.700 Patienten in ihre Analyse ein und stellten fest, dass das relative Überleben insbesondere in dem Zeitraum 15 bis 30 Jahre nach der Diagnose sank. Dieser Rückgang war bei Seminomen stärker als bei Nicht-Seminomen, obwohl die absoluten Zahlen des relativen Überlebens bei Seminomen besser waren. Hodenkrebspatienten, die die Diagnose vor 1980 erhalten hatten und bei der Diagnose älter als 40 Jahre gewesen waren, hatten ein geringeres relatives Überleben. Das relative Überleben beschreibt in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit der Hodenkrebspatienten, nach bestimmten Zeiträumen noch zu leben, im Verhältnis zur Überlebenswahrscheinlichkeit der nicht an Hodenkrebs erkrankten Bevölkerung.

Auch wenn sich das relative Überleben bei Hodenkrebs im Laufe der Zeit gebessert habe, bleibe laut Studienautoren bei langfristiger Betrachtung ein Rückgang zu verzeichnen, der anzeige, dass die Patienten eine geringere Lebenserwartung haben als Männer, die nicht an Hodenkrebs erkrankt sind. Vermutlich, so die Autoren, sei dies eine Spätfolge der Therapien. 

 

Quelle:

Blauwhoff-Buskermolen, S. et al.: Loss of Muscle Mass During Chemotherapy Is Predictive for Poor Survival of Patients With Metastatic Colorectal Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 22. Februar 2016, doi: 10.1200/JCO.2015.63.6043

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.08.2017 14:07