Späte Rückfälle bei Darmkrebs möglich

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Auch viele Jahre nach der Operation kann offenbar noch ein Rückfall der Erkrankung auftreten

Eine Erkrankung an Darmkrebs zu überleben ist heute dank verbesserter Früherkennung und Therapie kein medizinisches Wunder mehr, viele Patienten können geheilt werden. Allerdings lohnt es sich für die Betroffenen und ihre Ärzte offenbar auch langfristig, in der Nachsorge achtsam zu bleiben. So kann es einem Bericht in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer zufolge noch lange nach dem Therapieende zu einem Rückfall der Erkrankung kommen.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von mehr als 3.600 Patienten unter 85 Jahren, bei denen zwischen 1985 und 2000 Darmkrebs diagnostiziert worden war. Alle hatten sich einer Operation unterzogen, mit der Absicht, die Erkrankung zu heilen. Fünf bis zehn Jahre nach dieser Operation kam es bei rund drei Prozent der Patienten zu einem Rückfall im Darm, vier Prozent entwickelten Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen, in anderen Organen.

Von den Männern, die in den ersten fünf Jahren nach der Darmkrebsdiagnose keinen Rückfall erlitten hatten, erlebte einer von zwölf einen Rückfall nach fünf bis zehn Jahren, bei Frauen betraf dies eine von 19. Das Stadium der Erkrankung bei der Erstdiagnose hatte keinen Einfluss darauf, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein solch später Rückfall stattfand.

Nach Ansicht der Studienautoren zeige die Studie, dass bei Darmkrebs auch späte Rückfälle möglich seien. Bei der Festlegung der Nachsorgetermine müsse dies entsprechend berücksichtigt werden.

 

Quelle:

Bouvier, A.-M. et al.: Incidence and patterns of late recurrences in colon cancer patients. International Journal of Cancer 2015, 137(9):2133-2138

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.05.2017 21:12