Sonnenschutz: Vom individuellen Risiko abhängig

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Wer weiß, dass er ein hohes Risiko für schwarzen Hautkrebs hat, schützt sich offenbar eher vor der Sonne.

Starke Sonneneinstrahlung kann Sonnenbrand hervorrufen und erhöht nachweislich das Risiko für schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom. Doch allen Warnungen von Hautärzten zum Trotz setzen sich noch immer viele Menschen Jahr für Jahr in der warmen Zeit intensiver Sonnenbestrahlung aus. Doch, so berichteten Wissenschaftler jetzt, gibt es offenbar einen Parameter, der das Verhalten des Einzelnen beeinflusst – das individuelle Risiko für Hautkrebs. Darüber berichteten sie in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Die Forscher untersuchten das individuelle Verhalten von Personen bezüglich Sonneneinstrahlung anhand von 119 Studienteilnehmer mit einem Durchschnittsalter von 53 Jahren, die Hälfte davon waren Männer. 87 Prozent der Teilnehmer hatten eine persönliche oder familiäre Vorgeschichte an Krebs. 

Wie sich herausstellte, verhielten sich die jüngeren Teilnehmer bis 50 Jahre in puncto Sonnenbestrahlung risikofreudiger als die älteren ab 50 Jahren. Die Jüngeren verwendeten weniger Sonnencreme, hatten häufiger direkte Sonnenbestrahlung und gingen häufiger ins Sonnenstudio. Doch wurde das Verhalten stark vom persönlichen bzw. familiären Krebsrisiko beeinflusst: Personen mit persönlicher oder familiärer Vorgeschichte an Krebs waren deutlich vorsichtiger in Bezug auf direkte Sonnenbestrahlung als Personen ohne entsprechende Risikofaktoren. 

Offenbar lasse sich der Einzelne in Bezug auf Sonnenbestrahlung und UV-Schutz von seinem individuellen Krebsrisiko beeinflussen, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. Es sei deshalb sinnvoll, vor allem junge und risikobereite Personen über ihr eigenes Melanomrisiko aufzuklären. Dies könne bei dem einen oder anderen vermutlich ein Umdenken in puncto Sonnenschutz bewirken.

 

Quelle:

Morton RL et al. Risk attitudes and sun protection behaviour: Can behaviour be altered by using a melanoma genomic risk intervention? Cancer Epidemiology 2019, 61:8-13

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43