Sich körperlich besser fühlen

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Viel Bewegung verbessert nach einer Darmkrebserkrankung das körperliche Befinden: In einer Studie wurden getestet, wie es sich auswirkt, wenn Darmkrebspatienten weniger Zeit im Sitzen, dafür mehr Zeit im Stehen oder in Bewegung verbringen.

Die Folgen einer Darmkrebserkrankung können langwierig und belastend sein - auch dann noch wenn die Erkrankung längst überstanden ist, sind Beschwerden wie anhaltende Erschöpfung (Fatigue) oder depressive Verstimmungen möglich. Sie lassen sich durch einen gesunden Lebensstil, zu dem viel körperliche Bewegung gehört, positiv beeinflussen. Das geht einmal mehr aus den Ergebnissen einer kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Causes and Control veröffentlichten Studie hervor.

An der Studie nahmen 145 Patienten teil, die nach der Diagnose Darmkrebs im Stadium I-III noch mindestens zwei Jahre lebten. Ihre körperlichen Aktivitäten im Alltag wurden mithilfe technischer Geräte gemessen und in Beziehung zu ihrem subjektiven Befinden gesetzt. Der Zeitraum der Untersuchung umfasste zwei bis zehn Jahre nach der Krebsdiagnose.

Im Durchschnitt verbrachten die Studienteilnehmer 10,2 Stunden am Tag sitzend, 3,4 Stunden stehend und nur 1,7 Stunden in Bewegung. Wenn die „Sitzzeit“ mithilfe spezieller isotemporal-substitution-Modelle durch Stehen oder Bewegung ersetzt wurde, verbesserten sich die körperlichen Funktionen: Mit jeder Stunde pro Tag, die statt im Sitzen im Stehen mehr verbracht wurde, um den Faktor drei, mit jeder Stunde pro Tag, die statt im Sitzen in Bewegung mehr verbracht wurde, um den Faktor 5,6. Auch Fatigue trat seltener auf, wenn durch das substitution-Modeling die sitzende Haltung in Stehen verwandelt wurde.

Vorausschauende „prospektive“ Studien müssten nach Ansicht der Studienautoren nun folgen, um zu überprüfen, ob sich auch die Lebensqualität von Darmkrebsüberlebenden verbessern lässt, wenn diese weniger Lebenszeit im Sitzen verbringen und sich stattdessen viel körperlich bewegen.

 

Quelle:

Van Roekel, E. H. et al.: Modeling how substitution of sedentary behavior with standing or physical activity is associated with health-related quality of life in colorectal cancer survivors. Cancer Causes Control 2016, 27:513–525

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 23.05.2017 17:55