Sexualität nach Krebs

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In einer britischen Studie wurde erfragt, wie zufrieden Krebspatienten jenseits des 50. Lebensjahres mit ihrem Sexualleben sind. Die frohe Botschaft: Bezüglich sexueller Aktivitäten gibt es keine Unterschiede zu nicht an Krebs erkrankten Gleichaltrigen.

Nach einer überstandenen Krebserkrankung geht es für die Betroffenen darum, in ihr normales Leben zurückzukehren und den Alltag wie gewohnt zu meistern. Dabei müssen sie lernen, mit den Nachwirkungen der Erkrankung und Therapien so umzugehen, dass die Lebensqualität möglichst wenig leidet. Wissenschaftler aus Großbritannien untersuchten, wie es sich mit dem Thema Sexualität nach einer Krebserkrankung bei über 50-Jährigen verhält. Über ihre Ergebnisse berichteten sie in der Fachzeitschrift Cancer.

Ausgewertet wurden die Daten von fast 3.000 Männern und rund 3.700 Frauen ab 50 Jahren aufwärts, die an einer englischen Studie zum Thema Altern teilnahmen. Darin wurden sie unter anderem zu ihren Befindlichkeiten in Hinblick auf sexuelle Aktivitäten und zu aufgetretenen Krebserkrankungen befragt. 

Schwierigkeiten haben vor allem Frauen in den ersten fünf Jahren nach der Diagnose

Es zeigten sich zwischen Krebspatienten und nicht an Krebs Erkrankten keine Unterschiede in puncto sexueller Aktivität. Demnach hatten Krebserkrankungen keinen Einfluss darauf, ob Personen Sex hatten oder nicht und wie oft und in welcher Weise sie Geschlechtsverkehr ausübten. Allerdings waren an Krebs Erkrankte häufiger unzufrieden mit ihrem Sexualleben als nicht daran Erkrankte – dies galt für Männer mehr als für Frauen, war allerdings bei beiden Geschlechtern signifikant. Vor allem an Krebs erkrankte Frauen grämten sich über fehlendes Verlangen nach Sex. Zudem berichteten die Frauen, bei denen die Krebsdiagnose weniger als fünf Jahre zurücklag, häufiger über Schwierigkeiten, erregt zu werden und einen Orgasmus zu bekommen. Bei Männern gab es in diesen Punkten keine Unterschiede zwischen Krebspatienten und nicht an Krebs Erkrankten.

Hilfe suchen

Die von älteren Krebspatienten selbst berichteten sexuellen Aktivitäten unterscheiden sich in ihrer Frequenz offenbar nicht von denen nicht an Krebs erkrankter Gleichaltriger, so das Fazit der Studienautoren. Dennoch decke die Studie Schwierigkeiten auf, mit denen Patienten nach einer Krebserkrankung in puncto Sexualität zu kämpfen hätten. Offene Gespräche mit den behandelnden Ärzten und die Suche nach unterstützenden Maßnahmen könnten in vielen Fällen womöglich helfen.

 

Quelle:

Jackson, S. E. et al.: Sexuality After a Cancer Diagnosis: A Population-Based Study. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 16. August 2016, DOI: 10.1002/cncr.30263

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 21:20