Zervikaler Speiseröhrenkrebs - Ein seltener Typus

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Im oberen Teil der Speiseröhre finden sich nur selten sogenannte Plattenepithelkarzinome. Eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie ist in der Regel die Therapie der Wahl. 

Im oberen Teil der Speiseröhre sind sogenannte Plattenepithelkarzinome selten zu finden. Die Prognose bei der Erkrankung ist eher ungünstig, die kombinierte Strahlenchemotherapie ist die Behandlung der Wahl. Dies geht aus einem zusammenfassenden Artikel in der Fachzeitschrift Der Onkologe hervor.

Hierzulande finden sich im oberen Teil der Speiseröhre häufiger sogenannte Adenokarzinome. Plattenepithelkarzinome dagegen treten vor allem im unteren Teil nahe des Magens auf und nehmen in ihrer Häufigkeit zu, weil die Risikofaktoren wie Übergewicht und dadurch bedingte Refluxkrankheit häufiger werden. Risikofaktoren für Plattenepithelkarzinome in der oberen Speiseröhre sind vor allem das Rauchen und hoher Alkoholkonsum, aber auch Nitrosamine, wie sie beim heißen Braten entstehen, das Kauen von Betelnüssen (Betelnussalkaloide) oder der Genuss sehr heißer Getränke.

Oft werden hochsitzende Speiseröhrentumoren erst spät, in fortgeschritteneren Stadien diagnostiziert. Die Operation bzw. die alleinige Operation kommt dann nur selten in Frage, weil sich die Tumoren in enger Nachbarschaft zum Kehlkopf oder der Luftröhre befinden. Durch eine der Operation vorgeschaltete neoadjuvante Strahlenchemotherapie kann der Tumor verkleinert werden, sodass die Erfolgsaussichten des chirurgischen Eingriffs steigen. 

Doch können vor allem mit einer kombinierten Strahlenchemotherapie allein in vielen Fällen gute Behandlungsergebnisse erzielt werden – viele Plattenepithelkarzinome, die sich im oberen Teil der Speiseröhre befinden, sprechen gut auf eine Strahlenchemotherapie an. Außerdem können durch diese Behandlung der Kehlkopf und der untere Rachen erhalten bleiben, die bei einer Operation oft mitentfernt werden müssen. Für die zur Strahlentherapie begleitende Chemotherapie werden in der Regel platinhaltige Zweierkombinationen eingesetzt. Die Operation wird meist nur dann angewendet, wenn eine erneute Therapie notwendig wird, weil der Tumor wieder voranschreitet.

 

Quelle:

Nicolay NH. Das proximale Ösophaguskarzinom – eine Domäne der Radiochemotherapie. Der Onkologe 2020, 26(4):317-22

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24