Seltene Tumoren des Bauchfells: Spezialisierte Zentren als Anlaufstelle suchen

Nachricht vom 07.03.2024

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Bei Mesotheliomen und Pseudomyxoma des Bauchfells sollten sich die Betroffenen Fachexpertise für die Behandlung suchen.

Sehr seltene bösartige Tumoren sind Mesotheliome und Pseudomyxoma des Bauchfells. Den Betroffenen wird empfohlen, sich in einem spezialisierten Zentrum behandeln zu lassen, um eine optimale, nach neuesten Erkenntnissen ausgerichtete und standardisierte Therapie zu erhalten. Dies lässt sich einem zusammenfassenden Bericht in der Fachzeitschrift best practice onkologie entnehmen.

Mesotheliome des Bauchfells gehen aus den serösen Häuten des Bauchfells hervor, Pseudomyxoma entwickeln sich oft, wenn der Blinddarm rupturiert. Bei der Behandlung wird in beiden Fällen optimalerweise eine Kombination aus einer Operation mit wärmegekoppelter Chemotherapie im Bauchfell (zytoreduktive Chirurgie plus hypertherme intraperitoneale Chemotherapie CRS-HIPEC) angestrebt. Dabei lassen sich die besten Ergebnisse erzielen, wenn der Tumor bei der Operation möglichst vollständig entfernt werden kann. 

Stellt sich die Krankheit als zu weit fortgeschritten heraus, sodass eine Operation nicht mehr möglich ist, kann die HIPEC auch allein angewendet werden. Ebenso ist in solchen Fällen eine systemische, im ganzen Körper wirkende Chemotherapie möglich. Ob so wie beim Mesotheliom des Lungenfells, der Pleura, auch eine Immuntherapie mit Checkpointhemmern wirksam sein kann, ist beim Mesotheliom des Bauchfells aufgrund zu weniger Patientendaten noch unklar.

Generell wird allen Patienten mit Mesotheliomen und Pseudomyxoma des Bauchfells empfohlen, die Behandlung in einem spezialisierten Zentrum durchführen zu lassen. Nur hier seien die Abläufe bei der Operation und bei der HIPEC standardisiert und optimiert, so die Autoren des Berichts.

 

Quelle:

Gül S et al. Peritoneales Mesotheliom und Pseudomyxoma peritonei. Best practice onkologie 2024, 1-2:8-25

 

(KvK)

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