Seltene Form von Leberzellkarzinom

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Sarkomatoide Leberzellkarzinome sind bei der Diagnose oft schon größer.

Eine seltenere Form von Leberzellkrebs ist das sogenannte sarkomatoide Leberzellkarzinom. In einer Studie wurde untersucht, wie es sich verhält und welche Prognose damit verbunden ist. Die Ergebnisse erschienen in der Fachzeitschrift Cancer.

Das sarkomatoide Leberzellkarzinom besteht aus Spindelzellen, die in ihrem Äußeren an ein Sarkom erinnern. Sarkome entwickeln sich aus dem Mesenchym, dem embryonalen Bindegewebe. Anders als Sarkome bilden sarkomatoide Leberzellkarzinome jedoch sogenanntes Zytokeratin, Proteine, die einen wichtigen Teil des Zellskeletts darstellen und die Widerstandskraft von Zellen gegenüber mechanischer Belastung erhöhen. 

In der vorliegenden Studie wurden die Daten von 104 Patienten mit sarkomatoidem Leberzellkarzinom eingeschlossen. Als Vergleich dienten 312 Patienten mit konventionellem Leberzellkarzinom, die den anderen hinsichtlich Geschlecht, Alter und Krankheitsstadium glichen. 

Die Patienten mit sarkomatoidem Leberzellkarzinom hatten öfter einen großen Tumor und häufiger einen undifferenzierten Tumor. Die Chance, die ersten fünf Jahre nach der Diagnose zu überleben, war bei sarkomatoiden Leberzellkarzinomen deutlich geringer als bei anderen Leberzellkarzinomen. Dies galt für alle Krankheitsstadien. 

Das sarkomatoide Leberzellkarzinom erwies sich in dieser Studie als eigenständiger Risikofaktor für eine ungünstigere Prognose, ebenso wie ein fortgeschrittenes Tumorstadium III oder IV, so die Studienautoren.

 

Quelle:

Wu L et al. Management and outcomes among patients with sarcomatoid hepatocellular carcinoma: A population‐based analysis. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 12. Juli 2019, https://doi.org/10.1002/cncr.32396

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 23.08.2019 15:31