Sekundäres ZNS-Lymphom: Früher erkannt – bessere Überlebensaussichten

Nachricht vom 28.11.2023

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Wenn sekundäre ZNS-Lymphome zeitgleich mit dem zugrundeliegenden Lymphom erkannt werden, sind die Überlebensaussichten besser.

Die Überlebensaussichten bei sogenannten sekundären Lymphomen des Zentralen Nervensystems (ZNS) sind offenbar besser, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird. Das zeigen die Ergebnisse einer großen Beobachtungsstudie, die in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer veröffentlicht wurden.

Sekundäre ZNS-Lymphome entstehen, wenn sich Lymphome, die zuerst an anderen Körperstellen entstanden sind, im Zentralen Nervensystem ansiedeln. Sie sind schwierig zu behandeln und gehen oft mit einer ungünstigen Prognose einher. In der aktuellen Studie wurden in den Jahren 2011 bis 2022 243 Patienten im Alter von 23 bis 86 Jahren gewonnen. Bei einem Fünftel von ihnen lag bereits bei der Erstdiagnose ein sekundäres ZNS-Lymphom vor, bei den anderen kam diese Erkrankung erst nach der Diagnose eines ersten Lymphoms in einer anderen Körperregion. In den meisten Fällen handelte es sich um ein diffuses großzelliges B-Zellymphom.

Bessere Überlebensaussichten hatten die Patienten, bei denen das sekundäre ZNS-Lymphom zeitgleich mit dem ersten, dem primären Lymphom, erkannt wurde. Außerdem war das Gesamtüberleben besser, wenn die Patienten auf eine Hochdosischemotherapie und anschließende autologe Stammzelltransplantation partiell oder ganz ansprachen.

Dies, so die Studienautoren, sei die bislang größte vorausblickende Kohortenstudie von Patienten mit sekundärem ZNS-Lymphom gewesen. Es gebe zu wenige prospektive Studien, weshalb nur wenig Fortschritte bei der Behandlung von Patienten mit dieser Erkrankung zu verzeichnen seien.

 

Quelle:

Habringer S et al. A prospective observational study of real-world treatment and outcome in secondary CNS lymphoma. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 13. November 2023, DOI:https://doi.org/10.1016/j.ejca.2023.113436

 

(kvk)

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