Screening verhindert Darmkrebs

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Die Darmspiegelung ist eine echte Vorsorgeuntersuchung: Jedes Jahr können dadurch mehrere Tausend Darmkrebserkrankungen verhindert werden

Seit 2002 können alle gesetzlich Krankenversicherten vom 55. Lebensjahr an im Abstand von zehn Jahren zwei kostenfreie Darmspiegelungen (Koloskopien) zur Vorsorge von Darmkrebs durchführen lassen. Wie Wissenschaftler anhand von Häufigkeitsdaten errechneten und jetzt in der Fachzeitschrift European Journal of Cancer berichteten, werden dadurch vermutlich Tausende von Darmkrebsfällen pro Jahr verhindert.

Die Wissenschaftler berücksichtigten die im deutschen Koloskopie-Screening-Register von 2003 bis 2012 erfassten Daten von mehr als vier Millionen Patienten und setzten sie zu Erkrankungs- und Sterbedaten in Beziehung. Ihren Berechnungen zufolge ließen sich durch das Darmkrebs-Screening im Jahr 2005 noch weniger als 100 klinisch sichtbare Fälle von Darmkrebs verhindern – im Jahr 2015 werden es vermutlich bereits 6.500 sein, im Jahr 2045 16.000. Demgegenüber, so die Studienautoren, stünden 58.000 Darmkrebsdiagnosen im Jahr 2003. 

Wie hoch der Gewinn durch die Vorsorgedarmspiegelung sei, hänge vom Geschlecht und vom Lebensalter ab: Demnach profitierten Männer stärker als Frauen, außerdem betreffe die Mehrzahl der verhinderten Darmkrebsfälle Personen jenseits des 75. Lebensjahres. Letzteres ließe sich nach Ansicht der Studienautoren womöglich leicht ändern: Durch ein bereits in jüngeren Jahren durchgeführtes Darmkrebs-Screening könnten auch bei jüngeren Personen mehr Darmkrebserkrankungen verhindert werden.

 

Quelle:

Brenner, H. et al.: Expected long-term impact of the German screening colonoscopy programme on colorectal cancer prevention: Analyses based on 4,407,971 screening colonoscopies. European Journal of Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 20. April 2015, DOI: http://dx.doi.org/10.1016/j.ejca.2015.03.020

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.05.2017 17:22