Schwarzer Hautkrebs: Seine genetischen Eigenschaften untersuchen

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Die genetische Beschaffenheit maligner Melanome hat Einfluss auf ihr Verhalten und ihre Empfänglichkeit für bestimmte Therapien

In fortgeschrittenen Fällen, wenn sich schwarzer Hautkrebs, das sogenannte maligne Melanom, bereits in andere Organe ausgebreitet und Metastasen gebildet hat, ist die Krankheit kaum noch heilbar. Mithilfe von Therapien, die sich zielgerichtet gegen Tumorstrukturen wenden, kann jedoch zumindest die Lebenserwartung der Patienten oft deutlich erhöht werden. Eine Analyse der Genzusammensetzung maligner Melanome, die vom The Cancer Genome Atlas (TCGA) Research Network geleitet wurde, bestätigt jetzt, weshalb bestimmte zielgerichtete Therapien wirksam sind. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht.

Die Forscher führten vergleichende Genomanalysen an 333 Gewebeproben aus malignen Melanomen der Haut durch. Sie identifizierten dabei molekulare Eigenschaften, die einen Tumor aggressiver machen, aber auch dafür sorgen, dass er auf bestimmte Therapien besser reagiert. Vier relevante Tumor-Subtypen kristallisierten sich heraus: Tumoren mit BRAF-Mutation, Tumoren mit RAS-Mutation, Tumoren mit NF1-Mutation und Triple-Wildtyp-Tumoren. 

Interessant sind solche Gruppierungen nicht allein hinsichtlich der Einordnung und Charakterbeschreibung von Melanomen. Die von den Forschern ermittelten Geneigenschaften lassen sich auch für therapeutische Entwicklungen nutzen. So könnten beispielsweise bei Patienten mit Triple-Wildtyp-Tumoren eine Reihe von Enzymen, den sogenannten Tyrosinkinasen, zu denen KIT, PDGFRA, VEGR2 zählen, auf eine Therapie mit Tyrosinkinasehemmern ansprechen. Weiterhin lassen die Genanalysen vermuten, dass die Prognose von Patienten mit Metastasen in den Lymphknoten davon abhängt, welche Art von Immunzellen und in welcher Zahl diese den Tumor infiltrieren: Gelangt eine größere Menge an Lymphozyten in das Tumorgewebe, sind die Überlebenszeiten der Patienten besser. 

Diese und andere Erkenntnisse, die sich aus den Genanalysen ziehen lassen, könnten nach Ansicht der Studienautoren dazu führen, dass die Therapie beim malignen Melanom wie bei anderen Tumoren auch künftig noch stärker personalisiert, also auf jeden Patienten mit seinem individuellen Tumor zugeschnitten wird. 

 

Quellen:

The Cancer Genome Atlas Network: Genomic Classification of Cutaneous Melanoma. Cell 2015, 161(7):1681-1696

Pressemitteilung des National Cancer Institute vom 18. Juni 2015

 

(kvk)

 

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 17.08.2017 17:03