Schwarzer Hautkrebs: Nicht immer leicht zu erkennen

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Nicht immer kann schwarzer Hautkrebs von untypisch aussehenden, sogenannten melanozytären Nävi unterschieden werden. Deshalb gilt die Empfehlung: Im Zweifelsfall lieber operieren.

Wie können Patienten, die viele Leberflecken, sogenannte Nävi, auf der Haut haben, am effizientesten von ihrem Hautarzt „überwacht“ werden, um ein sich eventuell entwickelndes Melanom rechtzeitig zu bemerken? Eine schwierige Frage, zumal es offenbar selbst erfahrenen Hautärzten mitunter schwerfällt, Melanome, also schwarzen Hautkrebs, von nicht bösartigen, aber untypisch aussehenden Leberflecken, also sogenannten melanozytären Nävi, zu unterscheiden. Dies geht aus einem Test hervor, dem sich 26 Dermatologen an der Universität Wien unterzogen.

Den Hautärzten wurden digitale Aufnahmen von 59 Patienten vorgeführt, die viele Nävi und ein hohes Risiko für Hautkrebs hatten. Für jeden Patienten mussten vier Aufnahmen beurteilt werden, wovon es sich bei drei um gutartige melanozytäre Nävi und bei einem um ein sich entwickelndes Melanom handeln sollte (diese Diagnose war im weiteren Verlauf gestellt worden). Die Hautärzte wussten – anders als es im realen Untersuchungsalltag der Fall gewesen wäre - um diese Verteilung und sollten die Bilder der jeweiligen Diagnose korrekt zuordnen.

Im Durchschnitt identifizierte jeder Dermatologe 24 der 59 Melanome, die individuelle Spanne reichte von elf bis 37 Melanomen. Hautärzte mit mittlerer bis großer Erfahrung hatten eine höhere Trefferquote (im Durchschnitt 28) als Anfänger (im Durchschnitt 17). Bei drei Patienten war es besonders schwierig – bei ihnen erkannte kein einziger der Hautärzte das Melanom.

Offenbar könne ein nicht unerheblicher Anteil an Melanomen anfangs nicht oder kaum von gutartigen melanozytären Nävi unterschieden werden. Es sei deshalb zu empfehlen, untypische Leberflecken nur kurzzeitig mit einem Untersuchungsintervall von höchstens drei Monaten zu beobachten und bei Veränderungen sofort zu operieren. Bei besonders verdächtigen Merkmalen wie Erhabenheiten oder Knoten sollte dem Patienten die Entfernung des Hautfleckens unter Umständen sofort angeboten werden.

 

Quelle:

Tschandl, P. et al.: Melanomas vs. nevi in high-risk patients under long-term monitoring with digital dermatoscopy: do melanomas and nevi already differ at baseline? Journal of the European Academy of Dermatology and Venerology, Onlinevorabveröffentlichung Dezember 2016, DOI:10.1111/jdv.14065

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.07.2017 14:17