Schwarzer Hautkrebs: Nach Organtransplantation häufiger

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Verdächtig wirkende Leberflecken sollten prophylaktisch entfernt werden

Patienten, die aufgrund einer Erkrankung eine Organtransplantation benötigen, müssen in der Regel lebenslang Medikamente einnehmen, um eine Abstoßung des „fremden“ Organs zu verhindern. Die dadurch ausgelösten Einschränkungen des Immunsystems sind vermutlich der Grund dafür, dass die Betroffenen ein erhöhtes Risiko für schwarzen Hautkrebs haben. Diese bereits früher gemachte Beobachtung bestätigte sich in einer schwedischen Studie, deren Ergebnisse kürzlich im Journal of the American Academy of Dermatology veröffentlicht wurden.

In der Studie verglichen die Forscher Fälle von schwarzem Hautkrebs bei Patienten mit und ohne Organtransplantation. Der häufigste Entstehungsort für ein Melanom war bei Patienten mit Organtransplantation der Rumpf – jeweils die Hälfte aller Frauen und Männer hatte das Melanom dort. In vielen Fällen ging der schwarze Hautkrebs aus einem veränderten Leberfleck (Nävus) hervor. Verglichen mit Melanomen bei Patienten ohne Organtransplantation waren die Melanome nach Organtransplantation häufiger bereits fortgeschritten, wenn sie entdeckt wurden. Auch war das Risiko, daran zu versterben, höher.

Nach Ansicht der Studienautoren solle bei Patienten, die eine Organtransplantation erhalten und potenziell verdächtige Leberflecken am Rumpf aufweisen, in Erwägung gezogen werden, diese prophylaktisch zu entfernen. So könne das Risiko dieser Personen für schwarzen Hautkrebs deutlich verringert werden.

 

Quelle:

Krynitz, B. et al.: Cutaneous malignant melanoma in the Swedish organ transplantation cohort: A study of clinicopathological characteristics and mortality. Journal of the American Academy of Dermatology 2015, 73(1):106-113.e2

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs:

Zurück

Aktualisiert am: 24.05.2017 15:46