Schwarzer Hautkrebs nach Nierentransplantation

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Das Risiko für malignes Melanom ist nach einer Nierentransplantation erhöht – in manchen Fällen mehr als in anderen. Was sind die Risikofaktoren?

Nach einer Nierentransplantation haben die Betroffenen, die in der Regel lebenslang Medikamente zur Vorbeugung einer Abstoßung des neuen Organs einnehmen müssen, ein erhöhtes Risiko, an schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, zu erkranken. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler, welche Faktoren das Risiko besonders erhöhen. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology.

Die Forscher stützten sich bei ihrer Analyse auf die Daten von knapp 105.200 Patienten, die in den Jahren 2004 bis 2012 in der United States Renal Data System (USRDS) Datenbank erfasst worden waren. Alle hatten eine Nierentransplantation erhalten, ihr Durchschnittsalter lag bei knapp 50 Jahren. 0,4 Prozent von ihnen erkrankten nach der Nierentransplantation an schwarzem Hautkrebs. 

Als Risikofaktor kristallisierte sich ein höheres Lebensalter sowohl bei den Empfängern als auch bei den Spendern der Niere heraus, auch erkrankten Männer häufiger am Melanom als Frauen. Ebenfalls zu einem erhöhten Risiko trug die Art der das Immunsystem unterdrückenden Therapie (Immunsuppression) bei, die die Nierentransplantierten zur Vorbeugung einer Abstoßungsreaktion durchführen mussten: Sirolimus und Cyclosporine waren mit einem erhöhten Risiko verbunden. Betroffen waren darüber hinaus vor allem Patienten mit heller Hautfarbe - Asiaten, Afroamerikaner und Hispanics erkrankten seltener. Bei der Hälfte der Patienten, die ein malignes Melanom entwickelten, vergingen zwischen der Transplantation und der Melanomdiagnose etwa eineinhalb Jahre.

Nach einer Nierentransplantation sollten die Betroffenen ihr erhöhtes Risiko für schwarzen Hautkrebs kennen und besonders achtsam in puncto Sonnenschutz sein, um einen (gewichtigen) zusätzlichen Risikofaktor, nämlich die UV-Strahlung, auszuschalten. Auch empfiehlt es sich, die Haut regelmäßig selbst auf Auffälligkeiten zu abzusuchen und Untersuchungen durch den Hautarzt vornehmen zu lassen (Hautkrebsscreening), um eventuelle Tumoren frühzeitig zu bemerken.

 

Quelle:

Ascha, M. et al.: Risk Factors for Melanoma in Renal Transplant Recipients. JAMA Dermatology, Onlinevorabveröffentlichung am 26. Juli 2017, doi:10.1001/jamadermatol.2017.2291

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 15.12.2017 13:24