Schwarzer Hautkrebs: Mehr Lebenszeit trotz Hirnmetastasen

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Ungeachtet neuer Therapien bleibt die Neigung von Melanomen, sich ins Gehirn auszubreiten, ein Problem. Doch die verbleibende Lebenszeit hat sich in solchen Fällen erheblich verlängert.

Im fortgeschrittenen Stadium, wenn schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, nicht mehr operiert werden, sondern nur noch mit systemischen, also im ganzen Körper wirkenden Therapien behandelt werden kann, breitet er sich gern ins Gehirn aus und siedelt dort Tochtergeschwülste, sogenannte Metastasen ab. Die Überlebensaussichten sind dann eigentlich ungünstig, den Patienten verbleiben oft nur noch wenige Lebensmonate. Doch hat sich die Situation der Betroffenen seit der Einführung neuer zielgerichteter und Immuntherapien offenbar deutlich verbessert, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer berichteten.

Die Forscher beobachteten den Krankheitsverlauf bei 610 Patienten, die an einem inoperablen fortgeschrittenen Melanom (Stadium III oder IV) erkrankt und mit systemischer Therapie behandelt worden waren. 40 Prozent von ihnen entwickelten im Krankheitsverlauf Metastasen im Gehirn. Diese Patienten waren im Durchschnitt jünger und wiesen seltener regionale Metastasen auf, also Tochtergeschwülste, die sich eher in der Umgebung des Ausgangstumors befinden.

Für die Häufigkeit, mit der sich Hirnmetastasen bildeten, machte es offenbar keinen Unterschied, mit welcher systemischen Therapie (Chemotherapie, zielgerichtete Therapie oder Immuntherapie mit Checkpointblockern) behandelt worden war. Die verbleibende Lebenszeit indes verlängerte sich seit Einführung der neuen Therapien, etwa den zielgerichteten Therapien mit BRAF-Hemmern oder den Immuntherapien mit CTLA4-/PD-1-Blockern, erheblich. So war von den Patienten mit Hirnmetastasen in den Jahren 2000-2008 die Hälfte nach siebeneinhalb Monaten verstorben, in den Jahren 2009-2010 nach achteinhalb Monaten, in den Jahren ab 20011 jedoch erst nach knapp 23 Monaten – was nahezu einer Verdreifachung der medianen Gesamtüberlebenszeit ab der Hirnmetastasendiagnose bedeutet.  

Die Ausbreitung von Melanomen ins Gehirn nach systemischer Therapie bleibe allerdings ein Problem, so die Studienautoren. Auch wenn sich die Prognose der Betroffenen dank der Entwicklung neuer Therapien offenbar erheblich verbessert habe, müsse weiter nach therapeutischen Optionen gesucht werden, die eine solche Metastasierung bestenfalls gänzlich verhindern können. 

 

Quelle:

Sloot, S. et al.: Improved survival of patients with melanoma brain metastases in the era of targeted BRAF and immune checkpoint therapies. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 12. Oktober 2017, DOI: 10.1002/cncr.30946

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14