Schwarzer Hautkrebs: Kombinationstherapie zahlt sich aus

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Bei einigen Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom kann eine kombinierte zielgerichtete Therapie die Krankheit lange Zeit stoppen.

Liegt bei schwarzem Hautkrebs im fortgeschrittenen Stadium eine bestimmte genetische Veränderung (eine BRAF V600E- oder V600K-Mutation) in den Krebszellen vor, zahlt sich womöglich eine zielgerichtete Therapie mit BRAF- und MEK-Hemmern aus. Einige Patienten sprechen langfristig auf diese Behandlung an, wie Wissenschaftler auf der Jahrestagung der Amerikanischen Gesellschaft für Onkologie (ASCO) berichteten.

BRAF ist ein Teil einer Signalübertragungskette, die das Wachstum der Zellen steuert. Eine bestimmte Mutation im BRAF-Gen, die BRAF-V600-Mutation, führt in den Krebszellen dazu, dass diese Signalübertragungskette dauerhaft aktiviert ist und dadurch zu einem unkontrollierten Tumorzellwachstum führt. Eine zielgerichtete Kombinationstherapie mit BRAF- und MEK-Hemmern kann die ständig aktivierte Signalübertragung in den Tumorzellen stoppen und das unkontrollierte Tumorzellwachstum an zwei Stellen wirksam aufhalten.

Die Forscher analysierten die Daten aus zwei Studien, in denen zuvor unbehandelte Patienten mit dem BRAF-Hemmer Dabrafenib und dem MEK-Hemmer Trametinib behandelt worden waren. Alle litten an einem malignen Melanom und konnten nicht mehr operiert werden, weil der Tumor schon zu weit fortgeschritten war bzw. Metastasen, also Tochtergeschwülste, in anderen Organen gebildet hatte. Nach fünf Jahren lebte ein Fünftel der Patienten noch immer, ohne dass die Krankheit weiter vorangeschritten war. Insgesamt war ein Drittel der Patienten nach fünf Jahren noch am Leben – bei einer Erkrankung, die im metastasierten Stadium sonst innerhalb kurzer Zeit zum Tode führte. Von den Patienten, die sehr gut auf die Therapie angesprochen hatten (komplettes Ansprechen), waren nach fünf Jahren noch 71 Prozent, also fast drei Viertel, am Leben.

Offenbar ermögliche die Kombinationstherapie mit BRAF- und MEK-Hemmer etwa einem Drittel der Patienten mit nicht-operablem oder metastasiertem malignem Melanom mit BRAF V600E- oder V600K-Mutation ein Langzeitüberleben, so die Interpretation der Studienautoren. 

 

Quelle:

Robert C et al. Five-Year Outcomes with Dabrafenib plus Trametinib in Metastatic Melanoma. New England Journal of Medicine, Onlinevorabveröffentlichung am 4. Juni 2019, DOI: 10.1056/NEJMoa1904059

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 21.07.2019 21:37