Schwarzer Hautkrebs: Immuntherapie gegen Chemotherapie im Test

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Die Ansprechraten sind höher, wenn nach einer ersten Immuntherapie weiter voranschreitende Tumoren erneut mit einem Immuntherapeutikum anstelle einer Chemotherapie behandelt werden – auf das Gesamtüberleben der ganzen Gruppe hat dies aber in einer Studie keine Auswirkungen.

Wenn fortgeschrittener schwarzer Hautkrebs, ein malignes Melanom, nach einer Behandlung mit dem Immuntherapeutikum Ipilimumab wieder beginnt voranzuschreiten, kann ein Wechsel der Immuntherapie auf den PD1-Blocker Nivolumab bessere Ansprechraten hervorrufen als eine Chemotherapie. Auf das Gesamtüberleben wirkt sich das allerdings offenbar nicht aus, wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten.

In einer Studie waren Patienten mit fortgeschrittenem Melanom, nachdem sie auf Ipilimumab nicht oder nicht ausreichend angesprochen hatten, mit entweder Nivolumab (272 Patienten) oder einer Chemotherapie (133 Patienten) behandelt worden. In der Nivolumabgruppe hatte eine größere Anzahl von Patienten bereits Hirnmetastasen entwickelt.

Nach 16 bzw. 14 Monaten war in der Nivolumab- und der Chemotherapiegruppe jeweils die Hälfte der Patienten verstorben. Bei jeweils der Hälfte der Patienten schritt der Tumor nach drei bzw. fast vier Monaten wieder voran. Die Ansprechrate war in der Nivolumabgruppe mit 27 Prozent signifikant höher als in der Chemotherapiegruppe mit zehn Prozent. Auch hielt das Ansprechen mit 32 Monaten gegenüber 13 Monaten signifikant länger an. Außerdem traten bei den Patienten der Nivolumabgruppe weniger Nebenwirkungen Grad 3 oder 4 auf.

Mehr Patienten mit fortgeschrittenem Melanom sprechen offenbar auf eine Therapie mit Nivolumab an als auf eine Chemotherapie, wenn ihre Krankheit zuvor unter oder nach einer Immuntherapie mit Ipilimumab voranschreitet. Auch hält das Ansprechen, wenn es denn eintritt, länger als unter Chemotherapie an. Jedoch führte das in dieser Studie nicht zu einem verbesserten Gesamtüberleben, wenn jeweils die Gesamtgruppe berücksichtigt wurde. Die Ergebnisse müssten nach Ansicht der Studienautoren allerdings vorsichtig interpretiert werden, weil die Patienten der Nivolumabgruppe teils ungünstigere Prognosefaktoren aufwiesen als die Patienten der Chemotherapiegruppe.

 

Quelle:

Larkin, J. et al.: Overall Survival in Patients With Advanced Melanoma Who Received Nivolumab Versus Investigator’s Choice Chemotherapy in CheckMate 037: A Randomized, Controlled, Open-Label Phase III Trial. A Randomized Clinical Trial. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 3. Juli 2017, DOI: https://doi.org/10.1200/JCO.2016.71.8023

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 20.10.2017 17:07