Schwarzer Hautkrebs: Im Sommer häufiger

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Maligne Melanome werden in den Sommermonaten häufiger entdeckt als in den Wintermonaten. Ob dies einfach nur daran liegt, dass im Sommer mehr Haut gezeigt wird, oder ob noch andere Ursachen dahinterstecken, bleibt offen.

Der Sommer ist gekommen und mit ihm die Zeit der kurzen Hosen, Röcke und Blusen, die viel Haut sichtbar machen. Vielleicht ist letzteres ein Grund dafür, weshalb schwarzer Hautkrebs, das sogenannte maligne Melanom, in dieser Jahreszeit statistisch signifikant häufiger entdeckt wird als im Winter. Wissenschaftler rätseln noch über die Ursachen, aber dass es so ist, bestätigte sich einmal mehr in einer Studie aus England und Schottland, deren Ergebnisse kürzlich in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology veröffentlicht wurden.

Schon länger sind jahreszeitliche Schwankungen hinsichtlich der Diagnose von schwarzem Hautkrebs bekannt. Die Forscher untersuchten das Phänomen nun anhand großer Datenregister aus England und Schottland mit mehr als 11.600 Melanompatienten. Tatsächlich war die Diagnose signifikant häufiger in den Sommermonaten Juni, Juli und August gestellt worden als in den Wintermonaten Dezember, Januar und Februar. Dies galt sowohl für das östliche England als auch für Schottland. Am größten waren die jahreszeitlichen Schwankungen bei Melanomen, die sich an den Armen oder Beinen befanden. Aber auch andere Faktoren hatten Einfluss: Bei Frauen etwa waren die jahreszeitlichen Varianzen stärker ausgeprägt als bei Männern, bei jüngeren Patienten vor dem 50. Lebensjahr stärker als bei älteren.

Die Wissenschaftler vermuten, dass viele Melanome in den Sommermonaten entdeckt werden, weil sie aufgrund der kürzeren leichteren Bekleidung den Betroffenen selbst, aber auch anderen Menschen leichter ins Auge fallen. Doch auch die erhöhte Sonnenexposition an Armen und Beinen im Sommer könne eine wichtige Rolle spielen. Ein Melanom, so die Annahme, entstehe wohl kaum innerhalb nur weniger Wochen. Jedoch könne die intensivere UV-Strahlung womöglich bestimmte krankhafte Veränderungen bereits bestehender Läsionen beschleunigen, sodass diese sichtbar werden. Dies müsse weiter untersucht werden.

 

Quelle:

Walter, F. M. et al.: Seasonal variation in diagnosis of invasive cutaneous melanoma in Eastern England and Scotland. Cancer Epidemiology 2015, http://dx.doi.org/10.1016/j.canep.2015.06.006

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21