Schwarzer Hautkrebs im Harn- und Genitalbereich

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Auch in den Schleimhäuten im Harn- und Genitalbereich können maligne Melanome entstehen. Frauen sind davon offenbar deutlich häufiger betroffen als Männer.

Schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, kommt nicht nur in der Haut, sondern auch in den Schleimhäuten vor. In den Schleimhäuten im Harn- und Genitalbereich sind die Tumoren selten, weshalb nicht allzu viel über ihre Eigenschaften bekannt ist. Dem wollten US-amerikanische Wissenschaftler mit einer Studie entgegenwirken. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Journal of the American Academy of Dermatology.

Die Forscher analysierten die Daten aller zwischen 1992 und 2012 in US-amerikanischen Krebsregistern festgehaltenen Fälle von Melanomen im Harn- und Genitalbereich. Sie ermittelten 817 Patienten mit einem solchen Tumor, die meisten davon Frauen mit einem Melanom der Vulva, dem Schamhügel. Am häufigsten traten Melanome der Harn- und Genitalregion bei hellhäutigen non-Hispanic Frauen jenseits des 85. Lebensjahres auf.

Die Überlebensaussichten bei diesen Tumoren waren mit einem Fünf-Jahres-krebsspezifischen Überleben von rund 52 Prozent und einem Fünf-Jahres-Gesamtüberleben von rund 36 Prozent ungünstig. Allerdings blieb offen, ob dies beispielsweise einem späten Erkennen der Krankheit oder einem aggressiven Verhalten der Tumoren geschuldet ist. Ungünstig hinsichtlich der Prognose wirkte sich ein höheres Lebensalter aus, zudem hatten Frauen und Personen afroamerikanischer Herkunft ein höheres Risiko für einen ungünstigen Krankheitsverlauf.

Da es insgesamt nur wenig bekannte Krankheitsfälle von Melanomen des Harn- und Genitaltrakts gebe, müssten die erhobenen Zahlen mit Vorsicht interpretiert werden, so die Zusammenfassung der Studienautoren. Dennoch lasse sich ablesen, dass Frauen ein zehnmal höheres Risiko als Männer hätten, an einem solchen Tumor zu erkranken. Gleichzeitig seien die Überlebensaussichten von Frauen bei diesen Tumoren schlechter als bei Männern – anders als beim Hautmelanom, bei dem Frauen eine bessere Prognose als Männer haben.

 

Quelle:

Vyas, R. et al.: Epidemiology of genitourinary melanoma in the United States: 1992 through 2012. Journal of the American Academy of Dermatology 2016, 75(1):144-150

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 21.11.2017 17:21