Schwarzer Hautkrebs: Genaktivitäten messen hilft, Risiken abzuschätzen

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Die Therapie kann besser an das individuelle Risiko angepasst werden.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über Krebserkrankungen nehmen rasant zu. Anhand der Ausprägung bestimmter Genmerkmale der Tumoren können Ärzte inzwischen ablesen, wer beispielsweise für einen Rückfall besonders gefährdet ist und deshalb eine intensivere Therapie braucht als andere. Auch für schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom, stehen solche Tests nun zur Verfügung, wie aus einem Bericht in der Fachzeitschrift Im Fokus Onkologie hervorgeht.

Wenn ein Melanom noch ganz klein und auf seinen Ursprungsort begrenzt ist, sich also laut Klassifikation in einem frühen Tumorstadium befindet, reicht oft eine Operation zur Heilung aus. Doch lässt sich der Krankheitsverlauf anhand des Tumorstadiums nicht immer zuverlässig vorhersagen. Für Ärzte ist es mitunter schwierig, anhand des klinischen Befunds und des Tumorstadiums allein zu bestimmen, ob eine unterstützende, sogenannte adjuvante Therapie nach der Operation eingesetzt werden sollte oder nicht. Dies birgt das Risiko, dass einigen Patienten die eigentlich notwenige zusätzliche Therapie versagt bleibt, andere wiederum zu viel Therapie erhalten und unnötig Nebenwirkungen riskieren.

Mithilfe sogenannter Genexpressionstests lässt sich die Aktivität von Schlüsselgenen für die Tumorentwicklung bestimmen. Daran kann abgelesen werden, ob nach der Operation ein hohes Risiko für einen Rückfall besteht oder nicht und weitere Therapien zu empfehlen sind. Diese Tests sind sowohl in frühen als auch in späteren Tumorstadien aussagekräftig und können eine wertvolle Ergänzung zur bisherigen Diagnostik sein. Sie unterstützen die Ärzte dabei, die Therapien bei jedem Patienten an das individuelle Risiko anzupassen.

 

Quelle:

Reinhold U & Dirschka T. Prognostische Genexpressionstests. Personalisiertes Risikomanagement für das maligne Melanom. Im Focus Onkologie 2018, 21(4):18-20

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 16.11.2018 22:20