Schwarzer Hautkrebs: Die Wirkung am Immunsystem noch verstärken

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Zwei Immuntherapeutika können miteinander kombiniert werden – viele Patienten mit fortgeschrittenem Melanom profitieren davon

Sogenannte Immuntherapien, die die körpereigene Abwehr gegen Krebszellen ankurbeln, sind für einige Krebsarten seit kurzem in aller Munde. Auch Patienten mit fortgeschrittenem schwarzem Hautkrebs, dem malignen Melanom, können davon profitieren. Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine berichteten, lassen sich die in Studien bisher erzielten guten Behandlungsergebnisse sogar noch toppen: Werden zwei dieser Immuntherapeutika miteinander kombiniert, kann eine noch bessere Wirkung erreicht werden.

Kombiniert wurden in der aktuellen Studie zwei Checkpoint-Blocker – der Checkpoint-PD1-Blocker Nivolumab und der Blocker des zytotoxischen T-Lymphozyten-Antigens 4 (CTLA-4) Ipilimumab. Checkpoints wie PD1 oder CTLA-4 regulieren die Aktivität von Immunzellen. Werden sie blockiert, bleiben hemmende Signale wirkungslos und die Immunzellen können die körpereigene Abwehr gegen die Krebszellen wieder in Gang setzen. 945 Patienten, bei denen nicht operabler schwarzer Hautkrebs im Stadium III oder IV diagnostiziert worden war und die noch keine Therapie zuvor erhalten hatten, bekamen Nivolumab und Ipilimumab oder einen der beiden Wirkstoffe allein.

Patienten, die Nivolumab allein erhalten hatten, konnten im Vergleich zu jenen, die mit Ipilimumab behandelt worden waren, signifikant länger leben, ohne dass sich die Krankheit weiter verschlimmerte. Jedoch noch länger bis zum Voranschreiten der Krankheit lebten die Patienten, die mit einer Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab behandelt worden waren. Dies galt allerdings nur für Patienten, deren Tumoren negativ für sogenanntes PD-L1 getestet worden war. Patienten mit PD-L1-positiven Tumoren hatten im Vergleich zur Ipilimumabtherapie bei einer alleinigen Nivolumabtherapie die gleichen Vorteile wie bei einer Kombination von Nivolumab und Ipilimumab.

 In jedem Fall, so die Studienautoren, lohne es sich, bei Patienten mit fortgeschrittenem malignem Melanom den PD1-Blocker Nivolumab einzusetzen – allein oder in Kombination mit Ipilimumab erwies er sich der alleinigen Therapie mit Ipilimumab als überlegen. 

 

Quelle:

Larkin, J. et al.: Combined Nivolumab and Ipilimumab or Monotherapy in Untreated Melanoma. New England Journal of Medicine 2015,373:23-34

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35