Schwarzer Hautkrebs: Besseres Überleben bei vielen Leberflecken?

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In einer Studie hatten Patienten mit einer hohen Anzahl von Nävi auf der Haut bei einem malignen Melanom bessere Überlebenschancen

Viele Leberflecken, sogenannte Nävi, auf der Haut zu haben, gilt als ein Risikofaktor für schwarzen Hautkrebs, das maligne Melanom. Hat sich ein solches Melanom bereits gebildet, ist es jedoch womöglich sogar von Vorteil, viele Nävi zu haben: Wie Wissenschaftler in der Fachzeitschrift International Journal of Cancer berichteten, haben Patienten mit einer hohen Anzahl von Nävi auf der Haut im Falle eines malignen Melanoms bessere Überlebenschancen als andere Patienten.

In der Studie analysierten die Forscher die Daten von mehr als 2.000 Patienten, die an schwarzem Hautkrebs erkrankt waren. Knapp ein Drittel von ihnen hatte mehr als 50 Leberflecken am Körper. Diese Patienten wiesen unabhängig vom Lebensalter häufiger Faktoren auf, die mit einer günstigeren Prognose verbunden sind: eine geringere Tumordicke (nach Breslow), weniger geschwürige Veränderungen am Melanom und eine geringere Mitoserate. Und tatsächlich erlebten sie auch günstigere Krankheitsverläufe mit signifikant besseren Fünf- und Zehn-Jahresüberlebensraten.

Eine bessere Prognose hatten auch Patienten mit hohen Nävuszahlen, bei denen sich das Melanom bereits in den Wächterlymphknoten (Sentinellymphknoten), also den Lymphknoten, der dem Tumor am nächsten liegt, ausgebreitet hatte. Dies, so die Studienautoren, deute womöglich auf ein anderes biologisches Verhalten der Melanome bei Personen mit vielen Nävi hin.

 

Quelle:

Ribero, S. et al.: High nevus counts confer a favorable prognosis in melanoma patients. International Journal of Cancer 2015, 137(7):1691-1698

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 26.08.2016 17:07