Schwarzer Hautkrebs: Ansprechen auf Immuntherapie hält offenbar lange an

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Wenn ein metastasiertes Melanom auf eine PD-1-Checkpointblockade gut anspricht, hält das offenbar lange an, selbst wenn die Therapie beendet wird. Innerhalb von zwei Jahren wurden in einer Studie nur wenige Rückfälle registriert. 

Hat sich schwarzer Hautkrebs, das maligne Melanom, bereits in Lymphknoten und andere Organe ausgebreitet, haben die Betroffenen oft nur geringe Überlebensaussichten. Doch hat sich seit der Einführung moderner Immuntherapie mit sogenannten Checkpointblockern und zielgerichteter Therapie mit sogenannten BRAF- und MEK-Hemmern die Situation deutlich verbessert. Ein Teil der Patienten spricht gut auf diese Therapien an, und dieses Ansprechen hält offenbar auch dann noch an, wenn die Behandlung beendet wird. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology hervor.

Drei bis vier von 100 Patienten mit metastasiertem Melanom sprechen auf die Therapie mit dem anti–programmed death 1 (PD-1)-Antikörper Pembrolizumab an, die Hälfte der Patienten überlebt die Diagnose zwei Jahre und länger. Jetzt werteten die Forscher die Ergebnisse einer Studie bei nur denjenigen Patienten aus, die mindestens sechs Monate lang mit Pembrolizumab behandelt worden waren und nach dem Erreichen eines kompletten Ansprechens (komplette Response) noch mindestens zwei weitere Dosen erhalten hatten, bevor die Behandlung eventuell beendet wurde. 

Von insgesamt 655 Patienten hatten 105 (16%) eine komplette Response erreicht. 91 Prozent von ihnen waren nach zwei Jahren noch immer krankheitsfrei. Auch von den 67 Patienten, die die Behandlung nach dem Erreichen der kompletten Response beendet und sich keiner weiteren Krebstherapie unterzogen hatten, waren nach zwei Jahren 90 Prozent noch immer krankheitsfrei. 

Die Wirkung des PD-1-Blockers Pembrolizumab sei offenbar anhaltend, so die Einschätzung der Studienautoren. Nur wenige Patienten, deren metastasiertes Melanom auf die Therapie komplett angesprochen hatte, erlebten innerhalb von zwei Jahren einen Rückfall – bei einer Erkrankung, die sonst in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit zum Tode führt. Diese gebe Anlass zu der Hoffnung, dass einige Patienten sogar geheilt worden sein könnten. Wie das dauerhafte komplette Ansprechen zu erklären ist, müsse auf molekularer Ebene allerdings noch untersucht werden. 

 

Quelle:

Robert C et al. Durable Complete Response After Discontinuation of Pembrolizumab in Patients With Metastatic Melanoma. Journal of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 28. Dezember 2017, DOI: https://doi.org/10.1200/JCO.2017.75.6270

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 18.07.2018 14:00