Schwarzer Hautkrebs: Adjuvante Immuntherapie bei Lymphknotenbefall

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Eine unterstützende Therapie mit einem CTLA4-Blocker nach der Operation verbessert beim malignen Melanom mit Lymphknotenmetastasen die Aussicht, lange rückfallfrei leben zu können.

Im weit fortgeschrittenen Stadium, wenn sich schwarzer Hautkrebs, malignes Melanom genannt, in andere Organe ausgebreitet und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) gebildet hat, kann eine Immuntherapie mit dem CTLA4-Blocker Ipilimumab das Voranschreiten der Krankheit vorübergehend aufhalten und die Überlebenszeit verlängern. Nun untersuchten Wissenschaftler, ob auch Patienten mit lokal fortgeschrittenen Tumoren im Stadium III, die bereits Lymphknoten, aber noch keine anderen Organe befallen haben, von einer solchen Immuntherapie profitieren – wenn sie unterstützend (adjuvant) nach der Operation damit behandelt werden. Über ihre Ergebnisse berichteten die Forscher in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

An der Studie nahmen Patienten teil, die an einem malignen Melanom im Stadium III erkrankt waren und deren Tumor bei der Operation vollständig entfernt werden konnte. Sie unterzogen sich anschließend einer adjuvanten Therapie mit entweder Ipilimumab oder einem Scheinmedikament (Placebo) – zunächst alle drei Wochen mit insgesamt vier Dosen, anschließend mit einer Dosis alle drei Monate über drei Jahre oder bis die Krankheit weiter voranschritt oder unakzeptable Nebenwirkungen auftraten.

Die Hälfte der Patienten wurde fünf Jahre und länger beobachtet. Die rückfallfreie Überlebensrate nach fünf Jahren betrug rund 41 Prozent in der Ipilimumabgruppe und war damit signifikant höher als in der Placebogruppe mit 30 Prozent. Insgesamt waren nach fünf Jahren rund zwei Drittel der mit Ipilimumab Behandelten noch am Leben, von den mit Placebo Behandelten waren es rund 55 Prozent, auch dieser Unterschied war signifikant. Unter der Immuntherapie entwickelten die Patienten zudem signifikant seltener Tochtergeschwülste (Metastasen) in anderen Organen.

Erwartungsgemäß kam es unter Ipilimumab häufiger zu Nebenwirkungen als unter Placebo, wobei vor allem unerwünschte Reaktionen auf das aktivierte Immunsystem eine Rolle spielten.

 

Quelle:

Eggermont, A. M. M. et al.: Prolonged Survival in Stage III Melanoma with Ipilimumab Adjuvant Therapy. New England Journal of Medicine 2016, 375:1845-1855

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.07.2017 17:23