Schwanger nach HER2-Hemmung bei Brustkrebs

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Entwarnung: Offenbar sind keine Komplikationen für Mutter oder Kind zu befürchten.

Für junge Frauen ist die Diagnose Brustkrebs auch deshalb oft besonders einschneidend, weil sie sich unter Umständen noch Kinder wünschen. Deshalb steht die Frage, ob die notwendigen, lebensrettenden Therapien dauerhaft die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder sich negativ auf Schwangerschaften auswirken, im Fokus. Nun berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Cancer, dass nach dem Abschluss einer Therapie mit einem Hemmstoff des humanen epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptors 2 (HER2) wegen HER2-positivem Brustkrebs im Frühstadium offenbar kein Grund zur Sorge für eine Schwangerschaft bzw. das ungeborene Kind besteht.

In der Untersuchung stützten sich die Forscher auf zwei Studien, in denen eine HER2-Hemmung mit Trastuzumab oder Lapatinib unterstützend vor oder nach der Operation (neoadjuvant oder adjuvant) eingesetzt worden war. In beiden Studien waren Informationen zu eventuellen Schwangerschaften erfasst worden: Einige Patientinnen waren unbeabsichtigt mit Trastuzumab und/oder Lapatinib behandelt worden, obwohl sie schwanger waren, einige wurden, nachdem sie die HER2-Hemmertherapie abgeschlossen hatten, schwanger.

Der Analyse zufolge gab es keine Hinweise darauf, dass eine zuvor absolvierte HER2-Hemmertherapie zu Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt des Kindes geführt hätte. Auch trat bei den Neugeborenen keine Häufung von Erkrankungen oder Fehlbildungen auf. Die Krebstherapie war zudem erfolgreich: Das krankheitsfreie Überleben war bei schwanger gewordenen Patientinnen nicht schlechter als bei Patientinnen, die nicht schwanger wurden.

In der Gruppe derer, bei denen während der HER2-Hemmertherapie eine Schwangerschaft festgestellt wurde, entschieden sich mehr als die Hälfte der Frauen für einen Abbruch der Schwangerschaft (sieben von zwölf). Bei den übrigen Frauen verliefen Schwangerschaft und Geburt ohne Komplikationen. Jedoch war die Anzahl der Betroffenen zu gering, um gültige Aussagen darüber treffen zu können, ob sich eine HER2-Hemmertherapie während einer Schwangerschaft ungünstig auswirken kann oder nicht. Aus diesem Grund beschränkt sich das Fazit der Studienautoren auf die Fälle, in denen die Frauen nach Abschluss der HER2-Hemmung schwanger geworden waren: Für sie könne Entwarnung gegeben werden.

 

Quelle:

Lambertini M et al. Pregnancies during and after trastuzumab and/or lapatinib in patients with human epidermal growth factor receptor 2–positive early breast cancer: analysis from the NeoALTTO (BIG 1‐06) and ALTTO (BIG 2‐06) trials. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 18. Oktober 2018, https://doi.org/10.1002/cncr.31784

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 20.11.2018 14:52