Schonendere Operationsmethode bei Gebärmutterhalskrebs effektiv

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Auch langfristig werden mit der speziellen Operationstechnik gute Behandlungsergebnisse erzielt.

Patientinnen, die wegen Gebärmutterhalskrebs operiert werden müssen, können von einer sogenannten totalen mesometrialen Resektion (TMMR) profitieren. Darüber berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet Oncology.

Die Operationsmethode basiert auf der Beobachtung, dass sich Gebärmutterhalskrebs nicht einfach räumlich im Körper ausbreitet, sondern in den Gewebestrukturen wächst, aus denen er embryonal hervorgegangen ist. Aus diesem Grund wird zum Beispiel die Harnblase, obwohl in unmittelbarer Nähe zur Gebärmutter gelegen, anfangs nicht befallen, weil sie einem anderen Gewebe entstammt. Andere, weiter entfernt liegende Gewebe hingegen, können, wenn sie denselben embryonalen Ursprung haben, schon früh befallen sein. Bei der totalen mesometrialen Resektion wird dieser Umstand nun ausgenutzt: Der Gebärmutterhalstumor wird nur in den betroffenen anatomischen Kompartimenten entfernt, Harnblase, Enddarm und die angrenzenden Nerven dagegen bleiben verschont. Die Operation ist damit für die Patientinnen weniger belastend.

In der Beobachtungsstudie aus Leipzig wurde überprüft, ob die Methode auch zu den gewünschten Behandlungsergebnissen führt. Ausgewertet wurden die Daten von Patientinnen, die wegen Gebärmutterhalskrebs im Stadium IB1 bis IIB operiert worden waren. Nach fünf Jahren betrug das krankheitsbezogene Überleben 89 Prozent, 83 Prozent der Patientinnen waren rückfallfrei. Bei einem Fünftel der Operierten waren operationsbedingte Komplikationen Grad 2 aufgetreten, bei drei Prozent entsprechende Komplikationen Grad 3, darunter Wundheilungsstörungen, Lymphödeme und Darmverschlüsse.

Nach Ansicht der Studienautoren führe die totale mesometriale Resektion bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs im Stadium IB bis IIB zu guten Behandlungsergebnissen und sei schonender als herkömmliche Operationsmethoden. Dies müsse nun in größeren Studien an verschiedenen Zentren überprüft werden.

 

Quelle:

Höckel M et al. Surgical resection based on ontogenetic cancer field theory for cervical cancer: mature results from a single-centre, prospective, observational, cohort study. Lancet Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. August 2019, DOI:https://doi.org/10.1016/S1470-2045(19)30389-4

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 16.11.2019 18:05