Schmerztherapie mit Opioiden

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Morphin und Morphin-ähnliche Opioide wirken ähnlich gut.

Bei Krebspatienten, die unter moderaten bis schweren Schmerzen leiden, empfehlen die Leitlinien den Einsatz von Morphin und Morphin-ähnlichen Opioiden gleichermaßen: Die Wirkstoffe werden als vergleichbar in ihrer Wirkung und damit praktisch austauschbar eingestuft, wobei individuelle Abweichungen bei einzelnen Patienten möglich sind. In einer Studie testeten Wissenschaftler nun, ob vier starke Opioide hinsichtlich ihrer schmerzhemmenden Wirkung, des Sicherheitsprofils und notwendig werdenden Therapiewechseln einander tatsächlich ähneln. Die Ergebnisse der Untersuchung erschienen kürzlich in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Phase IV-Studie zur Anwendung im klinischen Alltag

Es handelte sich um eine Phase IV-Studie, an der 44 Krebszentren mit insgesamt 520 Patienten teilnahmen. Phase IV-Studien werden durchgeführt, nachdem ein Medikament zugelassen worden ist. Sie dienen dazu, den therapeutischen Einsatz des zugelassenen Wirkstoffs in der breiten Anwendung und die Nutzen-Risikoabwägung genauer zu untersuchen. Auch seltene Nebenwirkungen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln können dabei erfasst werden. 

Vier starke Opioide

Die Studienteilnehmer, die an moderaten bis schweren Schmerzen litten, wurden nach dem Zufallsprinzip einer von vier Schmerztherapiegruppen zugewiesen: Jeweils 28 Tage verabreicht über den Mund (oral) Morphin oder Oxycodon, über die Haut Fentanyl oder Buprenorphin. Bei jeder ärztlichen Visite wurden die Intensität der Schmerzen, Veränderungen der Schmerztherapie und Nebenwirkungen der Medikamente aufgezeichnet.

In ihrer Wirksamkeit einander ähnlich

Insgesamt schlugen die Medikamente alle an, schwerste Schmerzen gingen innerhalb von vier Wochen zurück, und auch die durchschnittliche Schmerzintensität nahm ab. Dabei gab es zwischen den Mitteln keinen signifikanten Unterschied. Allerdings sprachen in jeder Gruppe einige Patienten nicht auf die Therapie an: Ihr Anteil reichte von 11,5 Prozent bei Morphin bis 14,4 Prozent bei Buprenorphin. Die notwendigen Veränderungen der Therapie, etwa Dosissteigerungen, waren in den vier Gruppen ähnlich. Auch die auftretenden Nebenwirkungen glichen sich, mit Ausnahme von Störungen des Nervensystems, die signifikant am häufigsten bei Morphin auftraten.

 

Quelle:

Corli, O. et al.: Are strong opioids equally effective and safe in the treatment of chronic cancer pain? A multicenter randomized phase 4 ‘real life’ trial on the variability of response to opioids. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung 2. März 2016, doi: 10.1093/annonc/mdw097

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 25.05.2017 17:35