Schilddrüsenkrebs: Therapieoption bei Lungenmetastasen

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Bei größeren Lungenmetastasen kann eine Therapie mit einem Multikinasehemmer die Überlebensaussichten verbessern.

Wenn sich Schilddrüsenkrebs bereits mit Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen, in die Lunge ausgebreitet hat, kann eine Therapie mit einem Multikinasehemmer Überlebensvorteile bringen. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie in der European Journal of Cancer.

An der Untersuchung nahmen 392 Patienten teil, deren Schilddrüsenkarzinom trotz Bestrahlung weiter vorangeschritten war und Metastasen in der Lunge gebildet hatte. Sie erhielten nun eine Therapie mit einem Multikinasehemmer oder einem Scheinmedikament (Placebo). Wenn der Tumor unter der Placebogabe weiter voranschritt, konnten die Betroffenen in die andere Therapiegruppe wechseln.

Zunächst ließen sich zwischen den beiden Therapiegruppen keine Überlebensunterschiede feststellen. Wenn in der Analyse jedoch die Größe der Lungenmetastasen berücksichtigt wurde, stellten sich Vorteile für die Therapie mit dem Multikinasehemmer heraus: Bei Lungenmetastasen von mindestens einem Zentimeter Größe ergab sich für die Betroffenen ein signifikant besseres Gesamtüberleben, wenn sie mit dem Multikinasehemmer behandelt worden waren. Waren die Lungenmetastasen zwei Zentimeter oder größer, verschlechterte sich die Prognose, war aber besser als unter Placebogabe.

Die Studienautoren gehen davon aus, dass ein früher Therapiebeginn mit dem Multikinasehemmer die Überlebensaussichten bei Patienten mit größeren Lungenmetastasen bei Schilddrüsenkrebs verbessern kann.

 

Quelle:

Tahara M et al. Impact of lung metastases on overall survival in the phase 3 SELECT study of lenvatinib in patients with radioiodine-refractory differentiated thyroid cancer European Journal of Cancer 2021, 147:51-57

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 07.12.2021 18:17