Schilddrüsenkrebs: Nicht immer muss sofort behandelt werden

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Bei einer bestimmten Art von Schilddrüsentumoren reicht, wenn sie noch klein sind und keine Symptome verursachen, eine aktive Überwachung zunächst aus. In den meisten Fällen wächst der Tumor nur wenig. 

Kleine papilläre Karzinome der Schilddrüse, die keine Symptome verursachen und meist eher zufällig entdeckt werden, müssen offenbar keineswegs sofort operiert werden. Wie sich in einer Studie aus den USA bestätigte, wachsen diese Tumoren nur selten – eine regelmäßige Überwachung reicht deshalb in vielen Fällen aus, um dann gegebenenfalls noch rechtzeitig eine Therapie einzuleiten. Dies geht aus dem Studienbericht in der Fachzeitschrift JAMA Otolaryngology – Head & Neck Surgery hervor.

In der Studie hatten sich 291 Patienten, bei denen papillärer Schilddrüsenkrebs von höchstens 1,5 Zentimetern Durchmesser diagnostiziert worden war, einer aktiven Überwachung mittels regelmäßiger Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) unterzogen. Die Patienten waren im Durchschnitt 52 Jahre alt, drei Viertel von ihnen waren Frauen. Während der mehrjährigen Beobachtungszeit wuchs der Tumor nur bei wenigen Patienten um mehr als drei Millimeter – in zwei Jahren bei zweieinhalb Prozent, in fünf Jahren bei zwölf Prozent der Patienten. Eine Ausbreitung des Tumors in die nähere Umgebung oder gar in andere Organe kam unter der aktiven Überwachung nicht vor.

Bei den regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen wurden nicht nur der Durchmesser des Tumors, sondern auch sein Volumen und etwaige Größenzunahmen bestimmt. Tatsächlich stellte sich die Volumenmessung als die zuverlässigere Methode bezüglich der Diagnose eines voranschreitenden Tumors heraus. So konnte schon mehrere Monate, bevor sich in der Untersuchung eine Zunahme des Durchmessers zeigte, eine Zunahme des Volumens festgestellt werden. Eine Verdopplung des Tumorvolumens galt als kritische Grenze, um eine Therapie einzuleiten.

Bei kleinen papillären Schilddrüsenkarzinomen, die keine Symptome verursachen, reiche nach Ansicht der Studienautoren eine aktive Überwachung aus, bei der mittels Ultraschall auch das Volumen des Tumors regelmäßig überprüft wird. Mit dieser Untersuchung könnten Tumoren, die tatsächlich an Größe zunehmen, rechtzeitig erkannt und einer Behandlung zugeführt werden.

 

Quelle:

Tuttle, R. M. et al.: Natural History and Tumor Volume Kinetics of Papillary Thyroid Cancers During Active Surveillance. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg., Onlinevorabveröffentlichung am 31. August 2017, doi:10.1001/jamaoto.2017.1442

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 19.11.2017 23:25