Schilddrüsenkrebs: Genetische Merkmale entscheiden über Prognose

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Ein höheres Lebensalter steigert bei papillärem Schilddrüsenkrebs offenbar nur dann das Risiko, an der Erkrankung zu versterben, wenn eine BRAF-Mutation in den Krebszellen vorliegt.

Ein höheres Lebensalter gilt beim papillären Schilddrüsenkarzinom als Risikofaktor für eine ungünstigere Prognose. Doch ist dieser Effekt offenbar von genetischen Merkmalen des Tumors abhängig, wie Wissenschaftler jetzt in der Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology berichteten. Demnach spielen sogenannte BRAF-Mutationen eine entscheidende Rolle dafür, ob sich die Prognose mit steigendem Lebensalter verschlechtert oder nicht.

In der Studie wurden die Daten von 2.638 Patienten ausgewertet, die an papillärem Schilddrüsenkrebs erkrankt waren. Bei allen war der sogenannte BRAF-Status bestimmt worden. Patienten ohne BRAF V600E-Mutation im Tumor, also mit einem BRAF-Wildtyp-Tumor, hatten auch bei höherem Lebensalter ein geringes Sterberisiko an der Erkrankung. Hingegen nahm die Sterbewahrscheinlichkeit bei Personen mit BRAF V600E-Mutation mit steigendem Lebensalter schnell zu, insbesondere nach dem 75. Lebensjahr. Dieser Zusammenhang bestand unabhängig von anderen Faktoren.

Offenbar, so die Studienautoren, sei ein höheres Lebensalter zwar tatsächlich ein Risikofaktor für ein erhöhtes Sterberisiko bei papillärem Schilddrüsenkrebs, nicht jedoch bei Patienten ohne BRAF V600E-Mutation. Dies zeige einmal mehr, wie wichtig die genetische Untersuchung des Tumorgewebes bei Krebserkrankungen geworden sei.

 

Quelle:

Shen X et al. Patient Age–Associated Mortality Risk Is Differentiated by BRAF V600E Status in Papillary Thyroid Cancer. Journal of Clinical Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 14. Dezember 2017, DOI: 10.1200/JCO.2017.74.5497

 

(kvk)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Weitere Nachrichten zum Thema Schilddrüsenkrebs

Zurück

Aktualisiert am: 16.07.2018 13:52