Schilddrüsenkrebs als zweite Krebserkrankung

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Nach einer ersten Krebserkrankung ist das Risiko für papillären Schilddrüsenkrebs erhöht. Allerdings trifft das nicht für alle Krebsarten zu.

Eine Bestrahlung bei einer Krebserkrankung im Kindesalter ist, wenn sie den Kopf-Halsbereich trifft, ein Risikofaktor für späteren Schilddrüsenkrebs. Doch wie verhält es sich, wenn die Strahlentherapie im Erwachsenenalter erfolgt? In einer Studie untersuchten Wissenschaftler diesen Zusammenhang näher. Sie berichteten darüber in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Die Forscher analysierten die Daten von mehr als drei Millionen Erwachsenen, die eine Krebserkrankung mindestens ein Jahr überlebt hatten. Dabei hatte es sich in keinem Falle um Schilddrüsenkrebs, sondern um andere Krebsarten gehandelt. Nach der ersten Krebserkrankung bestand bei 23 der 27 untersuchten Krebsarten ein erhöhtes Risiko, an papillärem Schilddrüsenkrebs zu erkranken. Besonders erhöht war das Risiko nach Bauchspeicheldrüsenkrebs und Weichteiltumoren. Mit der Zeit nahm das erhöhte Risiko langsam ab, allerdings blieb es bei einigen Krebsarten wie zum Beispiel Enddarmkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Lungenkrebs, Brustkrebs oder malignem Melanom auch fünf Jahre nach der Diagnose noch statistisch signifikant erhöht. 

Dabei aber, so die Studienautoren, ließ sich kein klarer statistischer Zusammenhang zur Strahlentherapie oder Chemotherapie herstellen. Offenbar spielen weitere Risikofaktoren eine Rolle. 

 

Quelle:

Schonfeld SJ et al. Risk of second primary papillary thyroid cancer among adult cancer survivors in the United States, 2000-2015. Cancer Epidemiology 2020, 64:101664

 

(KvK)

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