Tattoos: Schick – aber auch unbedenklich?

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Hautärzte wissen noch nicht, was die bei der Tätowierung angewendeten Farbstoffe auf lange Sicht im Körper anrichten können.

Tattoos und Permanent Make-up erfreuen sich seit einigen Jahren auch in unseren Breiten zunehmender Beliebtheit. Doch die teilweise großflächig aufgetragenen Tattoos können unter Umständen zur Gesundheitsgefahr werden. Zwar wurde mit der Einführung der deutschen Tätowiermittel-Verordnung am 1. Mai 2009 die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Inhaltsstoffe von Tätowiermitteln und Permanent Make-up gesundheitliche Mindestanforderungen erfüllen und beispielsweise nicht krebserregend sind. Doch beziehen, wie auf der 9. Strategie-Sitzung der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie e. V. (DGDC) vom 8. bis 9. Juni 2018 in Dresden betont wurde, viele Tätowierer ihre Farbstoffe über das Internet aus Asien und den USA. Eine Pflicht, die Rezeptur der darin enthaltenen Substanzen offenzulegen, bestehe nicht, oftmals ist die Zusammensetzung nicht bekannt.

Tätowiermittel, die Farbpigmente, Lösungsmittel und Konservierungsstoffe enthalten, werden nicht einfach nur auf die Haut aufgetragen, sondern in die Haut eingebracht. Dadurch können sie vergleichsweise leicht in den Blutkreislauf gelangen. Bislang ist nur wenig untersucht worden, wie diese Mittel im Körper wirken. Deshalb ist es umso wichtiger, dass sie nur Stoffe enthalten, die als gesundheitlich unbedenklich gelten und nicht beispielsweise Allergien, Entzündungen oder Krebs auslösen. Doch besonders vom roten Farbstoff gehen offenbar häufig erhebliche gesundheitliche Probleme wie knotige Hautveränderungen und Kontaktallergien aus, so die Experten vom DGDC. In schweren Fällen könne dann nur noch helfen, das Tattoo chirurgisch wieder zu entfernen, Salben oder Laser reichen nicht aus. Narbenbildung ist die Folge.

Akute Komplikationen nach einer Tätowierung, darunter auch Infektionen oder allergische Reaktionen, klingen in der Regel nach zwei Wochen wieder ab. Doch die in die Haut eingebrachten Farbstoffe wandern im Körper. So finden sich, wie sich in klinischen Untersuchungen der Lymphknoten bei der Hautkrebserkrankung herausgestellt hat, beispielsweise bei Patienten mit einem Melanom, also schwarzem Hautkrebs, in nahegelegenen Lymphknoten Tattoo-Farbstoffe wieder. Noch ist unklar, welche gesundheitlichen Auswirkungen dies langfristig haben kann. Ebenfalls unbekannt ist, wie die Abbauprodukte im Körper wirken, die entstehen, wenn nicht länger erwünschte Tattoos durch Laserbehandlung wieder entfernt werden. Durch die starke Wärme infolge des Laserns zerplatzen die Pigmentartikel in der Haut und werden als kleinste Teile durch das Lymphsystem abtransportiert. Das Bundesamt für Risikobewertung hat beispielsweise bei der Laserbehandlung von Tattoos mit dem Blaupigment Kupfer-Phthalocyanin flüchtige und hochgiftige Verbindungen wie Blausäure oder Benzol nachgewiesen.

 

Quellen:

Pressemeldung der Deutschen Gesellschaft für Dermatochirurgie e. V.

Anforderungen für eine Sicherheitsbewertung von Tätowiermitteln. Stellungnahme Nr. 012/2009 des BfR vom 27. Januar 2009

 

(kvk)

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    Aktualisiert am: 24.09.2018 14:21