Salbentherapie gegen aktinische Keratose

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Mit einer neuen Wirkstoffsalbe lassen sich gute Behandlungsergebnisse bei dieser Vorstufe von Hautkrebs erzielen, allerdings bleibt eine hohe Rückfallgefahr.

Mit einer Salbe, die einen neuartigen Wirkstoff enthält, können Patienten mit aktinischer Keratose gut behandelt werden. Das zeigen die Ergebnisse zweier Studien, die in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden.

Aktinische Keratose, die bevorzugt im höheren Lebensalter auftritt, gilt als eine Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms der Haut, der zum hellem Hautkrebs zählt. Auch wenn es sich noch nicht um richtigen Hautkrebs handelt, wird empfohlen, sie konsequent zu behandeln, da die Wahrscheinlichkeit, dass sich aktinische Keratose weiterentwickelt, hoch ist. Der neue Wirkstoff, um den es sich in den beiden Studien handelte, hemmt zum einen die Tyrosinkinase Src und zum anderen die sogenannte Tubulin-Polymerisation in den kranken Zellen, wodurch diese in der Konsequenz zugrundegehen. 

Die Salbe, deren Wirksamkeit in den Studien getestet wurde, enthält den Wirkstoff in einer Konzentration von 1%. Sie wurde bei erwachsenen Patienten angewendet, die an aktinischer Keratose im Gesicht oder auf dem Haupt erkrankt waren. Die insgesamt 702 Teilnehmer erhielten, nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, entweder die Wirkstoffsalbe oder eine Salbe mit einem Scheinmedikament (Placebo) jeweils einmal täglich über fünf Tage. Die Salben wurden auf vier bis acht Läsionen aufgetragen. 

In der ersten Studie klärten sich die Hautläsionen bei 44 Prozent der Patienten, die mit der Wirkstoffsalbe behandelt worden waren, innerhalb von rund zwei Monaten. In der Placebogruppe gelang dies bei fünf Prozent der Patienten. In der zweiten Studie lagen die Behandlungsergebnisse bei 54 Prozent und 13 Prozent. In beiden Fällen konnten also die aktinischen Keratosen durch die Wirkstoffsalbe bei signifikant mehr Patienten beseitigt werden. 

Allerdings gab es eine hohe Rückfallquote: Bei knapp der Hälfte der Patienten, bei denen die aktinischen Keratosen durch die Anwendung der Wirkstoffsalbe verschwunden waren, kehrten sie innerhalb eines Jahres zurück. 

Häufigste Nebenwirkungen der Therapie waren Hautrötung und Schuppenbildung. Auch Schmerzen und Juckreiz traten mitunter an den Stellen, an denen die Salbe aufgetragen worden war, auf. Beides ging jedoch nach kurzer Zeit wieder zurück.

In den beiden Studien konnte eine gute Wirksamkeit der Wirkstoffsalbe bei Patienten mit aktinischer Keratose nachgewiesen werden, bei allerdings hoher Rückfallgefahr, so die Zusammenfassung der Studienautoren. 

 

Quelle:

Blauvelt A et al. Phase 3 Trials of Tirbanibulin Ointment for Actinic Keratosis. New England Journal of Medicine 2021, 384:512-20

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 15.04.2021 16:21