S3-Leitlinie zu Nierenkrebs

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Aufgrund neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse planen Experten einen Zusatzartikel zur S3-Leitlinie. 

Ende 2015 erschien die S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Nierenzellkarzinoms mit bis dato aktuellen Empfehlungen auf Grundlage empirischer Daten. Die wissenschaftliche Welt hat sich seitdem weitergedreht – und das in puncto Nierenkrebs in einem Maße, das die Experten veranlasst, ein Amendment, also einen Zusatzartikel, zur Leitlinie zu erstellen. Außerdem kündigten sie an, ebenfalls noch in diesem Jahr eine aktualisierte Form der Tumor-Klassifikation TNM (T = Tumorgröße, N = Lymphknotenstatus, M = Metastasierung) zu veröffentlichen.

Rund 10.500 Männer und 6.000 Frauen erkranken in Deutschland derzeit pro Jahr an Nierenkrebs. Nierenzellkarzinome (Hypernephrome) sind bei Erwachsenen mit einem Anteil von 90 Prozent die häufigste Form, bei Kindern sind es vor allem Nephroblastome (Wilms-Tumor), Lymphome oder Sarkome der Niere. Das mittlere Erkrankungsalter beträgt bei Männern 68 Jahre und bei Frauen 72 Jahre. Wenn das Lebensalter berücksichtigt wird, sind die Erkrankungsraten bei beiden Geschlechtern seit vielen Jahren stabil, während die Sterberaten leicht zurückgehen. 

Rauchen und Passivrauchen, Bluthochdruck und Übergewicht gelten als die wichtigsten Risikofaktoren für Nierenkrebs. Außerdem begünstigt mangelnde körperliche Aktivität die Krebsentstehung in der Niere. Genetisch bedingte Varianten der Erkrankung treten nur bei wenigen Menschen auf, z.B. bei Personen, die am Hippel-Lindau-Syndrom erkrankt sind.

Die Prognose der Erkrankung hängt wesentlich vom Stadium ab, in dem sie diagnostiziert wird. Da etwa drei Viertel aller Tumoren in einem noch frühen Stadium T1 oder T2 erkannt werden, ist die Heilungsquote vergleichsweise hoch. Die relative Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt bei Männern 76 Prozent, bei Frauen 78 Prozent.

 

Quellen:

Deutsches Ärzteblatt vom 7. September

Krebs in Deutschland 2011/2012. 10. Ausgabe. Robert Koch-Institut (Hrsg) und die Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (Hrsg). Berlin, 2015

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 17.11.2017 13:18