Rückgang von Mundrachenkrebs durch HPV-Impfung

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bei jüngeren Personen, die gegen HPV geimpft werden, ist dies langfristig offenbar zu erwarten.

Krebserregende humane Papillomviren (HPV) verursachen nicht nur Krebserkrankungen im Anogenitalbereich wie Gebärmutterhalskrebs, sondern auch bösartige Tumoren im Kopf-Halsbereich, etwa Mundrachenkrebs (Oropharynxkarzinom). Seit geraumer Zeit ist eine Impfung gegen die krebserregenden Viren möglich, für Kinder und Jugendliche wird sie kostenfrei angeboten. Langfristig könnte sich dadurch die Zahl der Erkrankungen an Mundrachenkrebs reduzieren, wie Wissenschaftler aus den USA in der Fachzeitschrift JAMA Oncology berichteten.

Die Häufigkeit von Mundrachenkrebs ist in den USA in den letzten Jahrzehnten gestiegen. In der aktuellen Analyse wurden die Daten aus dem Surveillance, Epidemiology, and End Results program ausgewertet, in dem 69.562 Patienten im Alter von 34 bis 83 Jahren erfasst waren, die die Diagnose Mundrachenkrebs erhalten hatten. Die Daten wurden mit denen von Impfungen gegen HPV abgeglichen.

Den Berechnungen der Forscher zufolge würde sich bei den derzeitigen Impfraten die Häufigkeit von Mundrachenkrebs in den Jahren 2018 bis 2045 bei jüngeren Personen im Alter von 36-45 Jahren deutlich verringern. In den mittleren Altersklassen von 46 bis 55 Jahren würde die Häufigkeit von Mundrachenkrebs ebenfalls zurückgehen. In den höheren Altersklassen bei den 70- bis 83-Jährigen hingegen, in denen die HPV-Impfung auch langfristig keine Rolle spielt, sei ein Rückgang der Erkrankungshäufigkeit an Mundrachenkrebs nicht zu erwarten.

Nach Angaben der Studienautoren würden in den USA in den Jahren 2018 bis 2045 durch die Impfung gegen HPV 6.334 Fälle an Mundrachenkrebs verhindert, wovon rund 89 Prozent jüngere Personen bis 55 Jahre betreffen.

In der älteren Bevölkerung, in der die HPV-Impfung noch keine Rolle spielt, sei auch langfristig kein Rückgang der Häufigkeit von Mundrachenkrebs zu erwarten, in den jüngeren und mittleren Altersklassen dagegen schon, so lautete das Fazit der Studienautoren. 

 

Quelle:

Zhang Y et al. Projected Association of Human Papillomavirus Vaccination With Oropharynx Cancer Incidence in the US, 2020-2045. JAMA Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 2. September 2021, doi:10.1001/jamaoncol.2021.2907

 

(KvK)

Zur Nachrichtenübersichtsseite

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 17.09.2021 15:30