Rückgang von Gebärmutterhalskrebs durch HPV-Impfung

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In England stellen Wissenschaftler einen Rückgang der Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs bei jungen Frauen fest, die gegen HPV geimpft wurden.

Seit 2008 wird in England Mädchen im Alter von 12-13 Jahren die kostenlose Impfung gegen krebserregende humane Papillomviren (HPV) angeboten, seit 2008 auch Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren. Dies wirkt sich langfristig offenbar positiv aus: Nicht nur die Anzahl von Krebsvorstufen ist dadurch gesunken, auch die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs geht offenbar zurück. Das berichteten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Lancet.

In einer Beobachtungsstudie werteten die Forscher die Daten von Frauen im Alter von 20 bis 64 Jahren aus der Zeit zwischen 2006 und 2019 aus, die in England wohnten. Im Vergleich zu jeweils ungeimpften Altersgenossinnen zeichnete sich eine deutliche Absenkung der Raten an Gebärmutterhalskrebs ab: Bei den im Alter von 16 bis 18 Jahren Geimpften um 34 Prozent, bei den im Alter von 14-16 Jahren Geimpften um 62 Prozent und bei den im Alter von 12-13 Jahren Geimpften um 87 Prozent. Auch die Häufigkeit von Krebsvorstufen im Gebärmutterhalskrebs ging bei den jeweiligen Altersgruppen zurück, um 39 Prozent, um 75 Prozent und sogar um 97 Prozent, wenn die Impfung im Alter von 12 bis 13 Jahren erfolgt war. 

Nach Ansicht der Studienautoren habe die Einführung der HPV-Impfung in England offenbar zu einem substantiellen Rückgang von Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen bei jungen Frauen geführt. Besonders profitieren würden diejenigen, die sich schon früh im Alter von 12 bis 13 Jahren, womöglich vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen ließen. Auch in Deutschland wird die Impfung gegen HPV jungen Mädchen kostenlos angeboten.

 

Quelle:

Falcaro M et al. The effects of the national HPV vaccination programme in England, UK, on cervical cancer and grade 3 cervical intraepithelial neoplasia incidence: a register-based observational study. Lancet, Onlinevorabveröffentlichung am 3. November 2021, DOI:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)02178-4

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 26.11.2021 16:25