Rückgang der Krebssterberaten in Europa

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Die Sterberaten an Krebs in der Europäischen Union gehen zurück, bei Männern stärker als bei Frauen. Bei Frauen zeigen sich zunehmend die negativen Folgen des Rauchens.

Ein positiver Trend, der anhält: Die Krebssterblichkeit in der Europäischen Union wird auch in diesem Jahr weiter zurückgehen – bei Männern stärker als bei Frauen. Darauf verweisen Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Annals of Oncology.

Seit dem Jahr 2011 berichten die Forscher jedes Jahr über die aktuellen Krebszahlen in einigen ausgewählten Ländern der Europäischen Union (EU) und der EU insgesamt. So hatten sie in den vergangenen Jahren einen stetigen Rückgang der Krebssterblichkeit bei Frauen und Männern beschrieben. In ihrem aktuellen Bericht führen sie für die zehn häufigsten Krebsarten eine Projektion auf das Jahr 2020 durch und stützen sich dabei auf Daten der Weltgesundheitsorganisation und Eurostat aus den Jahren 1970 bis 2015.

Demnach würde die Sterblichkeitsrate an Krebs in diesem Jahr gegenüber dem Jahr 2015 um rund fünf Prozent bei Männern und rund vier Prozent bei Frauen sinken. Die Zahl der Todesfälle insgesamt steigt um 4,7 Prozent auf 428.800. Dieser Anstieg geht auf das steigende Durchschnittsalter der Bevölkerung zurück.

Bei Frauen wird die Lungenkrebssterberate wie schon in den Jahren zuvor weiter ansteigen und mit 15,1 pro 100.000 die Brustkrebssterberate mit 13,5 pro 100.000 überflügeln. Bei Männern geht die Lungenkrebssterberate hingegen zurück. Auch bei Bauchspeicheldrüsenkrebs ist für Frauen ein Anstieg und für Männer ein Rückgang in der Sterberate zu beobachten. Die Sterberate an Prostatakrebs wird in diesem Jahr gegenüber 2015 um rund sieben Prozent sinken.

Die Folgen des Rauchens für die Krebssterblichkeit seien in dieser Statistik unübersehbar, so die Wissenschaftler. Bei Frauen schlagen sich die geänderten Gewohnheiten diesbezüglich (mehr Frauen, die rauchen) deutlich in steigenden Todeszahlen nieder. Den positiven Trend bei Prostatakrebs führen die Forscher auf die verbesserten Therapiemöglichkeiten zurück. Diese ermöglichen es, das Voranschreiten des Tumors zu verzögern, sodass viele Patienten länger mit der Krankheit leben können. 

 

Quelle:

Carioli G et al. European cancer mortality predictions for the year 2020 with a focus on prostate cancer. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 19. April 2020, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2020.02.009

 

(KvK)

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Zuletzt aufgerufen am: 22.10.2020 16:24