Rückfall bei Eierstockkrebs: Abbruch der PARP-Hemmer-Erhaltungstherapie?

Nachricht vom 16.03.2022

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Wenn die Therapie mit einem PARP-Hemmer wegen Nebenwirkungen nicht zu Ende geführt werden kann, sind offenbar trotzdem gute Wirkeffekte zu erwarten.

Bei chemotherapieempfindlichem wiedergekehrtem Eierstockkrebs mit einer Veränderung in einem der beiden BRCA-Gene wird seit geraumer Zeit im Anschluss an die Chemotherapie standardmäßig eine Erhaltungstherapie mit einem Poly-(ADP-ribose) Polymerase (PARP) eingesetzt. Doch mitunter muss diese Behandlung wegen zu starker Nebenwirkungen vorzeitig abgebrochen oder reduziert werden. Wenn dies in den ersten zwölf Therapiewochen geschieht, sind offenbar keine Einbußen in der Wirksamkeit der Therapie zu befürchten. Das geht aus den Ergebnissen einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Annals of Oncology veröffentlicht wurden.

In der Studie wurden die Daten der SOLO2-Studie ausgewertet, in der Patientinnen mit wiedergekehrtem Eierstockkrebs eine platinbasierte Chemotherapie erhalten und gut darauf angesprochen hatten. Weil eine Mutation in einem der BRCA-Gene vorlag, schloss sich eine Erhaltungstherapie mit einem PARP-Hemmer an. 50 Prozent der Patientinnen mussten die Therapie wegen Nebenwirkungen unterbrechen, bei 28 Prozent wurde die Dosis reduziert, bei 17% wurde die Therapie nicht weiter fortgesetzt. Die Forscher untersuchten im Nachgang, ob eine Reduktion der ursprünglich anvisierten Dosis innerhalb der ersten zwölf Wochen Auswirkungen hatte. Dafür bildeten sie aus den Patientinnen drei Gruppen mit einer relativen Dosisintensität von mehr als 98%, 90-98% und weniger als 90%.

Patientinnen, die höchstens 70 kg wogen, und Patientinnen, bei denen Schwindel auftrat, hatten ein erhöhtes Risiko dafür, dass die Therapie vorzeitig abgebrochen und auch nicht wiederaufgenommen wurde. Jedoch konnten in der Analyse schließlich keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Gruppen im Gesamtüberleben oder Überleben, ohne dass die Krankheit weiter voranschritt, festgestellt werden. Eine Dosisreduktion innerhalb der ersten zwölf Wochen nach Therapiebeginn hatte demnach keine Auswirkungen auf die Prognose. 

Patientinnen, bei denen eine PARP-Hemmertherapie in den ersten zwölf Wochen wegen zu starker Nebenwirkungen unterbrochen werden muss, können offenbar beruhigt werden, so die Studienautoren. Auch bei ihnen seien gute Wirkeffekte der Erhaltungstherapie zu erwarten. 

 

Quelle:

Francis KE et al. The impact of olaparib dose reduction and treatment interruption on treatment outcome in the SOLO2/ENGOT-ov21 platinum-sensitive recurrent ovarian cancer. Annals of Oncology, Onlinevorabveröffentlichung am 24. February 2022, https://doi.org/10.1016/j.annonc.2022.02.222

 

(KvK)

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