Risikofaktoren für Leberkrebs

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Wie hoch ist jeweils ihr Anteil an der Erkrankungshäufigkeit in der Bevölkerung?

Die derzeit bekannten wesentlichen Risikofaktoren für Leberzellkrebs sind Hepatitis B und C, metabolische Störungen (metabolisches Syndrom), chronischer Alkoholkonsum, Rauchen und genetische Störungen. Nun ermittelten Wissenschaftler den Anteil, mit dem jeder einzelne für das Auftreten der Erkrankung in der US-amerikanischen Bevölkerung verantwortlich ist.

Die Forscher stützten sich auf die Daten großer US-amerikanischer Datenbanken, die rund 10.700 Fälle von Leberkrebs erfasst hatten. Sie wurden mit den Daten von mehr als 330.000 Personen verglichen, die nicht an Krebs erkrankt waren. Dabei wurde das sogenannte bevölkerungsbezogene attributable Risiko (population attributable fraction, PAF) ermittelt. Bei einem attributablen Risiko handelt es sich um jenes Risiko für eine Krankheit, das der Exposition eines Risikofaktors zuzuschreiben ist – in diesem Fall bezogen auf die Allgemeinbevölkerung.

Das größte PAF trugen in der Untersuchung metabolische Störungen (Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus, Fettleibigkeit) mit einem Anteil von nahezu einem Drittel, gefolgt von Hepatitis C mit einem Anteil von einem Fünftel, Alkohol mit rund 13 Prozent, Rauchen mit neun Prozent, Hepatitis B mit vier Prozent und genetische Störungen mit 1,5 Prozent. Der PAF-Wert für alle Faktoren zusammen betrug 60 Prozent. Allerdings waren die Werte abhängig von der ethnischen Herkunft und dem Geschlecht. So hatten metabolische Störungen den größten PAF-Wert unter Hispanics und Weißen, während Hepatitis C das größte bevölkerungsbezogene attributable Risiko unter Afroamerikanern und Asiaten hatte. Seit Beginn des neuen Jahrtausends bis zum Jahr 2011 war der PAF-Wert für metabolische Störungen von 26 auf 36 Prozent gestiegen. Die PAF-Werte für Alkohol und Hepatitis C hingegen blieben stabil.

Damit habe sich erwiesen, so die Zusammenfassung der Studienautoren, dass metabolische Störungen in den USA inzwischen einen größeren Anteil an der Häufigkeit von Leberkrebs haben als jeder andere bekannte Risikofaktor.

 

Quelle:

Makarova-Rusher, O. V. et al.: Population attributable fractions of risk factors for hepatocellular carcinoma in the United States. Cancer, Onlinevorabveröffentlichung am 21. März 2016, DOI: 10.1002/cncr.29971

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 22.11.2017 17:14