Risikofaktoren für Darmkrebs

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Gibt es in unterschiedlichen Altersklassen unterschiedliche Risikofaktoren für die Erkrankung?

Darmkrebs tritt häufiger im höheren Lebensalter auf. Doch zuletzt hatten Studienergebnisse darauf hingedeutet, dass zunehmend auch jüngere Menschen daran erkranken. Nun untersuchten Wissenschaftler in einer Studie, ob bei jüngeren und älteren Darmkrebspatienten gleiche oder unterschiedliche Risikofaktoren bestehen. Sie veröffentlichten ihre Erkenntnisse in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology.

Die Forscher berücksichtigten die Daten von Personen, die zwischen 1945 und 1996 in Westaustralien geboren worden waren. Personen, die an Darmkrebs erkrankt waren, ordneten sie der Gruppe der jungen Patienten (18-49 Jahre bei der Diagnose) oder der Gruppe von Patienten mittleren Alters (50-69 Jahre bei der Diagnose) zu. Anhand individueller Daten und Daten von engen Verwandten der Patienten wurden Risikofaktoren für die Erkrankung identifiziert.

Für beide Altersgruppen kristallisierten sich eine familiäre Vorgeschichte an Darmkrebs, Rauchen, entzündlichen Darmerkrankungen, Lebererkrankungen und Krebserkrankungen in anderen Organen als Risikofaktoren für Darmkrebs heraus. Ein Risikofaktor, der nur für Personen mittleren Alters bestand, war Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). 

Bei Personen mittleren Alters war eine Darmspiegelung (Koloskopie) innerhalb der vergangenen zehn Jahre mit einem reduzierten Risiko für Darmkrebs verbunden – unabhängig davon, ob bei dieser Untersuchung Darmkrebsvorstufen, sogenannte Polypen, gefunden worden waren oder nicht. Bei jüngeren Personen hingegen war das Darmkrebsrisiko nur dann reduziert, wenn bei einer Darmspiegelung keine Polypen gefunden worden waren.

Offenbar, so schlussfolgerten die Wissenschaftler, seien bei jüngeren Personen und Personen mittleren Alters viele der Risikofaktoren für Darmkrebs gleich. Da bei Jüngeren das routinemäßige Darmkrebsscreening mittels Darmspiegelung erst ab 50 oder 55 Jahren beginne, könnten diese Risikofaktoren vor allem bei ihnen dafür verwendet werden, jene mit hohem Darmkrebsrisiko zu identifizieren – um sie dann gegebenenfalls einer Darmspiegelung zuzuführen.

 

Quelle:

Kelty E et al. Familial and non-familial risk factors associated with incidence of colorectal cancer in young and middle-aged persons in Western Australia. Cancer Epidemiology, Onlinevorabveröffentlichung am 5. September 2019, https://doi.org/10.1016/j.canep.2019.101591

 

(KvK)

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Aktualisiert am: 14.10.2019 16:43