Risikofaktor für Vulvakrebs

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Frauen mit Lichen sklerosus erkranken häufiger an Vulvakrebs. Dabei spielen das Lebensalter und bestimmte Zellveränderungen eine Rolle.

Seit längerem wird ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Hauterkrankung Lichen sklerosus und Vulvakrebs angenommen. Jedoch fehlten bislang Ergebnisse großer epidemiologischer Studien dazu. Nun gingen Wissenschaftler dem Zusammenhang in einer neuen Studie nach und veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention.

Die Forscher stützten sich auf die Daten von mehr als 3.000 Frauen, bei denen in den Jahren 1991 bis 2011 Lichen sklerosus diagnostiziert worden war. Bei dieser seltenen, nicht ansteckenden, entzündlichen und chronisch verlaufenden Bindegewebserkrankung, die überwiegend erwachsene Frauen betrifft, bilden sich meist in der Genitalregion weiße, porzellanartige Flecken. Die Haut ist leicht verletzbar, es kommt zu Einblutungen und Infektionen. Die Ursachen sind bislang unklar. 

Wie die Forscher feststellten, verdoppelte sich die Rate an Lichen sklerosus im Untersuchungszeitraum. Knapp sieben Prozent der Frauen erkrankten im Laufe der Jahre auch an Vulvakrebs. Dieser kam bei Frauen, die bestimmte Zellveränderungen, eine sogenannte intraepitheliale Neoplasie (VIN) aufwiesen, deutlich häufiger vor. Ebenfalls eine Rolle spielte das Alter, in dem Lichen sklerosus diagnostiziert worden war – je älter die Frauen bei der Diagnose waren, desto häufiger erkrankten sie auch an Vulvakrebs, vor allem ab 70 Jahren trat dieser Effekt deutlich zutage.

Ein höheres Lebensalter und intraepitheliale Neoplasien sind offenbar Risikofaktoren für das Auftreten von Vulvakrebs bei Frauen, die an Lichen sklerosus erkrankt sind – so lautete das Fazit der Studienautoren. Die Häufigkeit von Lichen sklerosus habe zudem erheblich zugenommen.

 

Quelle:

Bleeker, M. C. et al.: Lichen sclerosus: incidence and risk of vulvar squamous cell carcinoma. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, Onlinevorabveröffentlichung am 2. Juni 2016, doi: 10.1158/1055-9965.EPI-16-0019

 

(kvk)

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Aktualisiert am: 28.05.2017 17:22