Risikofaktor für Magenkrebs ausschalten

Angaben zum Autor und/oder zum Fachberater finden Sie am Ende des Beitrags.

Bei Patienten mit familiärer Vorgeschichte an Magenkrebs reduziert sich das Risiko für die Erkrankung, wenn eine Infektion mit Helicobacter pylori durch Antibiotika beseitigt wird.

Infektionen mit Helicobacter pylori und eine familiäre Vorgeschichte an Magenkrebs gelten als die wichtigsten Risikofaktoren für Magenkrebs. Forscher wollten herausfinden, ob sich das Risiko für die Erkrankung reduzieren lässt, wenn Personen mit einer entsprechenden Familiengeschichte beim Nachweis einer Infektion mit den Bakterien eine wirksame Antibiotikatherapie durchführen. Sie berichteten über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift New England Journal of Medicine.

An der Studie nahmen rund 1.800 Personen teil, in deren enger Verwandtschaft (ersten Grades) ein Fall von Magenkrebs aufgetreten war. Ein Teil von ihnen bekam eine Antibiotikatherapie, um die Infektion mit Helicobacter pylori zu beseitigen, die anderen erhielten eine Scheintherapie (Placebo).

Während der Beobachtungszeit von rund neun Monaten erkrankte rund ein Prozent der Behandlungsgruppe an Magenkrebs, in der Placebogruppe waren es knapp drei Prozent. Dieser Unterschied war statistisch signifikant. Von den Patienten der Behandlungsgruppe, die an Magenkrebs erkrankten, wies die Hälfte trotz der Antibiotikatherapie eine bleibende Infektion mit Helicobacter pylori auf. Nur 0,8 Prozent derjenigen, bei denen die Antibiotikatherapie die Bakterien zum Verschwinden gebracht hatte, erkrankten an Magenkrebs, und dagegen drei Prozent derjenigen, bei denen die Therapie versagt hatte und Helicobacter verblieben war.

Offenbar, so schlussfolgerten die Studienautoren, könne bei Patienten mit erhöhtem familiärem Risiko für Magenkrebs dadurch, dass Helicobacter pylori wirksam bekämpft würde, das Erkrankungsrisiko wieder gesenkt werden.

 

Quelle:

Choi IJ et al. Family History of Gastric Cancer and Helicobacter pylori Treatment. New England Journal of Medicine 2020, 382:427-36

 

(KvK) 

Zur Nachrichtenübersichtsseite

Weitere Nachrichten zum Thema Magenkrebs:

 

 

 

Zurück

Zuletzt aufgerufen am: 30.03.2020 13:58